Ein ICE steht auf den Gleisen.
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Beim siebten Treffen des Beteiligungsforums für das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen haben die Vertreter der Deutschen Bahn erstmals Trassenkorridore vorgestellt. (Symbolbild)

Trassenkorridore vorgestellt

Bahn-Neubau zwischen Fulda und Gerstungen: Abzweig bei Michelsrombach in der Diskussion

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Allmählich werden die Planungen konkreter: Beim siebten Treffen des Beteiligungsforums für das Bahnprojekt Fulda-Gerstungen haben die Vertreter der Deutschen Bahn am Dienstag in Bad Hersfeld erstmals Trassenkorridore vorgestellt.

Bad Hersfeld - Bei dem Treffen in der Schilde-Halle in Bad Hersfeld waren die Pläne intensiv diskutiert worden. Wie die Deutsche Bahn betont, werden, wenn man die Trassenkorridore zugrunde legt, erstmals mögliche Streckenführungen deutlich. Auch die Punkte, an denen die neue Trasse von den bestehenden Schienenwegen, der ICE-Strecke Fulda - Kassel sowie der im Tal verlaufenden Strecke Fulda - Bad Hersfeld, abzweigt, werden klarer.

Deutsche Bahn stellt Neubau zwischen Fulda und Gerstungen vor - Michelsrombach als südlichster Punkt

Den Teilnehmern in Bad Hersfeld wurde von der Deutschen Bahn auch erläutert, welche Teilstrecken aufgrund des Geländes – oder auch, um zu große Beeinträchtigungen von Menschen oder Natur zu verhindern –, in Tunneln oder auf Brücken verlaufen könnten. Die Planer weisen darauf hin, dass die in der Karte eingetragenen Trassenkorridore nicht als konkrete Linie, sondern als ein etwa ein Kilometer breiter Planungsraum anzusehen sind.

Interaktive Karte der Deutschen Bahn

Auf der Website zum virtuellen Info-Markt der Deutschen Bahn ist unter anderem eine interaktive Karte zu finden, die man unter folgendem Link aufrufen kann: infomarkt.fulda-gerstungen.de/karte

In dieser Karte besteht dann die Möglichkeit die Kartenausschnitt zu vergrößern und wieder zu verkleiner. Auch eine Vollbild-Funktion ist gegeben. Im rechten oberen Bereich der Karte können unterschiedliche Hintergrundkarten ausgewählt werden sowie Ebene mit verschiedenen Informationen, die jederzeit ein- und ausgeblendet werden können. Außerdem könne man auf jeden Bereich innerhalb des Suchraums klicken, um weitere Informationen zu erhalten, teilt die Deutsche Bahn mit.

Zudem erhält die Karte auf der linken Seite eine Zeitleiste, mit der die Schritte der Planer nachvollzogen werden können. Im Zeitstrahl sind die wichtigsten Projektstadien als Kreise gekennzeichnet und die Pfeile dazwischen zeigen die Entwicklung an. Die Bestandsstrecke sind ebenfalls in der interaktiven Karte der Deutschen Bahn zu sehen. Die Ausfädelbereiche auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg-Kassel wurde dabei grün markiert. Die Bahnstrecke Fulda-Gerstungen könne nur in diesen Ausfädelbereichen an die Schnellfahrstrecke anknüpfen.

Die Karte von der Deutschen Bahn macht auch deutlich, dass ganz unterschiedliche Ausfädelungspunkte in Betracht kommen. Der südlichste Punkt, an dem die zu bauende neue Trasse die bestehende ICE-Strecke verlassen könnte, wäre bei Michelsrombach. Auch der Überholbahnhof am Nordende des Langenschwarzer Tunnels könnte ein Ausfädelpunkt sein. Weitere mögliche Abzweig-Stellen finden sich westlich sowie nordwestlich von Bad Hersfeld bei Kirchheim und Neuenstein.

Deutsche Bahn möchte Fulda und Erfurt im Stundentakt miteinander verbinden

Wie die Deutsche Bahn bei einem Pressegespräch erläuterte, werden im nächsten Schritt die Trassenkorridore und deren Kombinationen unter umweltfachlichen, raumordnerischen, verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Kriterien betrachtet und miteinander verglichen. Hierbei wird zum Beispiel untersucht, welcher Trassenkorridor weniger Schutzgebiete durchschneidet und das Fahrzeitziel erreicht. Denn die gesamte Planung findet vor dem Hintergrund statt, dass die Bahn alle großen Knotenpunkte - und dazu gehören auch Fulda und Erfurt - im Stundentakt miteinander verbinden möchte.

Seit Mittwoch lädt die Deutsche Bahn bis zum Montag, 5. Oktober, zu einem virtuellen Info-Markt ein. Dort haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, dem Projektteam der DB Netz Fragen zu stellen. Am Dienstag, 29. September, findet zudem eine Online-Bürgerinformationsveranstaltung statt.

Das Projekt Fulda-Gerstungen ist neben dem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Fulda und Frankfurt das aktuell größte Bauvorhaben dern Deutschen Bahn in der Region

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