Funktioniert wie ein Kaffeefilter: In den fast 700 Kubikmeter Material fassenden Textilschläuchen trennen sich Wasser und Schlamm. / Fotos: Hartmut Zimmermann

Wo die dicken Wale liegen: Voluminöse Filterschläuche am Ufer der Praforst-Weiher

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Aus der Ferne sieht es fast aus, als liege am Ufer der Praforst-Teiche ein gestrandeter Wal am Waldrand. Doch dort es geht weder um eine Naturkatastrophe noch um eine Kunstinstallation: Die riesigen Textilwürste sind Zwischenlager für den Schlamm, der seit einigen Wochen aus den Teichen gepumpt wird.

Heiko Irle auf seinem „Saugboot“ am unteren Praforst-Teich. Vorne die etwa 2,80 Meter breite Unterwasserfräse. Mit ihr kann die Maschine in einem Arbeitsgang eine bis zu 30 Zentimeter dicke Schlammschicht aufnehmen.

Durch die an den Schwimmelementen hängende Leitung fließt die Masse zunächst in einen Container, der unweit der Campingplatz-Zufahrt steht. Dank einer dort montierten Kamera und eines kleinen Bildschirms „an Bord“ kann „Kapitän“ Irle beurteilen, ob die Beschaffenheit der Mischung stimmt oder ob sie gegebenenfalls zu wässrig ist – und dann die Fräse entsprechend einstellen.

Dann kommen endlich die „Wale“ ins Spiel: Aus dem Container wird nämlich der Teichschlamm in einem zweiten Arbeitsschritt in die Gewebeschläuche gepumpt, die entlang der Teiche liegen. Sie bestehen, wie Frank Wende erläutert, aus einem extrem festen, nur in einer Richtung wasserdurchlässigen Material. Die Schläuche sind 40 Meter lang und 7 Meter breit. „Rund 600 Kubikmeter Schlamm passen insgesamt in solch ein Ding rein“, berichtet Heiko Irle.

Damit sie richtig voll werden, braucht es viel Zeit – und mehrere Arbeitsgänge: Mit dem Absetzen trennen sich nach und nach Schlamm und Wasser. Der Vorgang ist ähnlich dem in einem Kaffeefilter: Der „Satz“ bleibt drin, die Flüssigkeit läuft ab. Immer, wenn eine ordentliche Menge Wasser abgelaufen ist, wird neue Schlamm-Wasser-Mischung nachgefüllt – bis schließlich weitgehend trockener Schlamm übrigbleibt.

Das Absaugen an den beiden unteren Teichen soll, wenn das Wetter mitspielt, bis Ende Februar abgeschlossen sein. Die Schläuche sollen, um eine optimale Trocknung zu erreichen, noch zwei, drei Monate liegen. Dann werden sie aufgeschlitzt und leer gebaggert. Mit insgesamt rund 3000 Tonnen Material rechnen die Experten. Der getrocknete Schlamm soll dann zur Rekultivierung einer Erdaushubdeponie bei Michelsrombach eingesetzt werden, um kurze Transportwege zu haben.

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