Die Ankommenspaten trafen sich in Hünfeld. / Fotos: Landkreis Fulda

Wo Ehrenamt seine Grenzen hat: Ankommenspaten tauschen sich aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Über das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ und in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen hat der Treffpunkt Aktiv des Landkreises Fulda das Projekt „Ankommenspatenschaften“ initiiert.

Unter dem Motto „Das kleine 3x3 des Ehrenamts – kleiner Aufwand, große Wirkung“ treffen sich Ehrenamtliche und Geflüchtete an drei Terminen für drei Stunden, um sich näher kennenzulernen. Darüber berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung, die Sie nachfolgend im Wortlaut lesen:

Im evangelischen Gemeindezentrum in Hünfeld kamen rund 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit den Koordinatorinnen des Projekts sowie der zuständigen Mitarbeiterin des Treffpunkts Aktiv, Sabine Fischer, um Austausch und gemütlichem Beisammensein zusammen.

Die Koordinatorinnen Heike Goldbach, Stefanie Seng und Hilde Hehr-Willhardt stellten ihre Paten vor und berichteten über die Erfahrungen beim Engagement mit Geflüchteten. Dabei wurden die positiven Erlebnisse deutlich: Gastfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft sowie das Kennenlernen anderer Kulturen bereicherten das Zusammenleben.

Vor allem der Wunsch der Geflüchteten, die deutsche Sprache zu lernen und anzuwenden, könne bei den gemeinsamen Treffen erfüllt werden, hieß es. Gerade Kinder und Jugendliche seien wissbegierig, lernten im Kontakt mit deutschen Kindern sehr schnell und sprächen innerhalb kürzester Zeit Deutsch. Das sei im Kontakt mit den Erwachsenen ebenso, die endlich Gelegenheit hätten, ihre in den Sprachkursen erworbenen Deutschkenntnisse auch anzuwenden. Im Gegenzug werde den Helfern eine große Dankbarkeit entgegengebracht.

Natürlich stießen die Ehrenamtlichen in ihrem Engagement auch an Grenzen, gaben einige der Ankommenspaten zu bedanken. Schnell werde man bei den Geflüchteten zum Ansprechpartner für viele Fragen und solle Hilfestellung in allen Lebensbereichen geben. Hier waren sich die Anwesenden einig, dass jeder für sich persönlich seine Grenze setzen und auch lernen müsse, „Nein“ zu sagen.

Konkret wurden folgende Bedarfe genannt: Deutsch lernen, insbesondere Hausaufgabenbetreuung von Kindern und Jugendlichen, Arzttermine und -besuche vereinbaren, Einkaufsfahrten, Hilfe bei Umzug, Wohnungssuche und Sichtung von Dokumenten sowie Unterstützung bei Behördengängen.

„Das ist jede Menge und nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre aber Integration in unserer Region, gerade im ländlichen Raum, nur schwer vorstellbar“, so Sabine Fischer vom Landkreis Fulda, die sich stellvertretend bei allen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern bedankte.

Bei der Zusammenkunft wurde eine weitere Möglichkeit der Patenschaft vorgestellt: Potentielle Arbeitgeber können bei drei Treffen Geflüchtete kennenlernen, um ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Chris Heumüller von der Pflegeeinrichtung Mediana St. Ulrich zeigte sich sehr interessiert an dieser Möglichkeit der Kontaktaufnahme. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, auf diesem Weg die Aufgaben in der Altenpflege auch Geflüchteten näher zu bringen.“

Bei drei Terminen wird den Interessierten die Einrichtung gezeigt, ein weiteres Treffen dient der Hospitation und zum Abschluss findet ein Erfahrungsaustausch statt.

Wer als Arbeitgeber Interesse an diesem Projekt hat, kann sich an den Treffpunkt Aktiv unter Telefon (0661) 60069487 oder E-Mail treffpunkt-aktiv@landkreis-fulda.de wenden. Ebenso sind auch noch weitere Interessenten für das Projekt „Ankommenspaten“ willkommen.

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