Fotos: Hartmut Zimmermann

Eilantrag zurückgewiesen: Rodung bei Wehrda kann beginnen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Burghaun/Kassel - Das Verwaltungsgericht Kassel hat den Eilantrag der Gemeinde Burghaun gegen die Rodungsarbeiten zur Vorbereitung des Windparks im Vorranggebiet HEF 55 bei Wehrda zurückgewiesen. Das teilte Gerichtssprecher Matthias Spillner am Montagnachmittag mit. Die Kammer begründet die Entscheidung mit denselben Argumenten, mit der sie am Donnerstag eine Zwischenverfügung in dieser Sache zurückgewiesen hatte.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Die Rothenkirchener Interessengemeinschaft Landschaftsschutz (Igel) hatte in einer Pressemitteilung vom späten Sonntagabend darauf hingewiesen, dass mit dem Votum vom Donnerstag nicht der Eilantrag, sondern nur die sogenannte Zwischenverfügung abgelehnt worden war: Die Entscheidung über den Eilantrag sei damit nicht gefallen, betonte die BI. Daher sei sowohl die Einschätzung von Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos) als auch der Bericht in unserer Zeitung in diesem Punkt falsch.

Keine Gefährung des Grundwassers

Diese Erkenntnis ist nach dem Beschluss der 7. Kammer des Verwaltungsgerichts nur noch zweitrangig: Damit hat der Betreiber Juwi endgültig freie Hand, um mit der Rodung zu beginnen. Bislang, so Juwi-Sprecher Felix Wächter, ist das noch nicht geschehen. Aus Sicht des Gerichts geht von dem Fällen der Bäume keine Gefährdung des Grundwassers aus.

Sauerbier bedauerte gegenüber unserer Zeitung den Beschluss. Ob die Marktgemeinde die Möglichkeit einer Beschwerde dagegen nutzen will, war am Montagabend noch offen.

wpd will aktiv werden

Der Schutz der Trinkwasserquellen ist das Kernziel der Klage gegen die Genehmigung durch das Regierungspräsidium, die die Marktgemeinde eingereicht hat. Auch Igel betont die Verbundenheit in diesem Ziel. Neben den JUWI-Plänen für das Privatwaldgebiet bei Wehrda gibt es aktuell auch für andere Windvorrangflächen in der Gemarkung Burghauns Anfragen (wir berichteten).

Das in Bremen ansässige Unternehmen wpd bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass man in Osthessen aktiv werden wolle. „Alle Planungen des Unternehmens für die Vorrangflächen FD 16 und FD 20 umfassen drei Windenergieanlagen“, teilt Pressesprecher Dr. Jens Feldmann mit. wpd verfolge die aktuelle Debatte sehr aufmerksam und sei sich der Sensibilität des Themas Windenergie in Burghaun bewusst.

Unternehmen spricht von drei Windkraftanlagen

Das Unternehmen betont, den Bau von lediglich drei Windkraftanlagen im Blick zu haben. Dies sollen dann in den Vorrangflächen FD 16 und FD 20 entstehen. Diese Gebiete umfassen Waldflächen westlich der A 7 auf Höhe von Schlotzau. In einer Stellungnahme aus dem Burghauner Rathaus war von bis zu acht Anlagen die Rede gewesen.

Der wpd-Sprecher teilt mit, dass mittelfristig eine Informationsveranstaltung geplant sei. Bei dieser Gelegenheit könnten sich Interessierte anhand einer Visualisierung ein Bild von den geplanten drei Anlagen machen. Zudem prüfe das Unternehmen aktuell Möglichkeiten für eine regionale Beteiligung.

Das könnte Sie auch interessieren