Buchenaus aus dem 16. Jahrhundert stammende evangelische Kirche ist umfassend saniert worden.
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Buchenaus aus dem 16. Jahrhundert stammende evangelische Kirche ist umfassend saniert worden.

Renovierung fertig

Projekt nach mehreren Jahren abgeschlossen: Kirche in Eiterfeld-Buchenau rundum saniert

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Auch wenn der Festgottesdienst aufgrund der Corona-Pandemie erst einmal nicht stattfinden kann: Buchenaus evangelische Kirche präsentiert sich nach Jahren der Renovierung einladend und rundum erneuert. 

Eiterfeld - Rund eine Million Euro sind in den vergangenen Jahren in die Renovierung des Gotteshauses geflossen. Sehen kann man das Ergebnis täglich: Die Kirche ist immer von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Begonnen wurde mit den Arbeiten im Jahr 2017. Schon Jahre zuvor waren Schäden offensichtlich geworden, berichtet Jürgen Kilimann. Der 65-Jährige gebürtige Buchenauer ist stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Kirchengemeinde Buchenau und hat als Kenner der heimatlichen Historie ein besonderes Verhältnis zu dem Kirchenbau. In der Renovierungszeit hat er so manchen Tag in dem historischen Gotteshaus verbracht.

Auslöser für die umfassende Sanierung waren Schäden im Mauerwerk. Denn aufgrund im Zuge der Baugeschichte immer wieder vorgenommenen Veränderungen im Dachstuhl war dessen Statik so verändert worden, dass die Dachlast immer mehr auf die Außenmauern drückte und diese nach außen schob. (Lesen Sie auch: Seckendorff-Schloss in Buchenau wird restauriert - Das soll neu entstehen)

Eiterfeld: Renovierung der Kirche in Buchenau nach mehreren Jahren fertig

„Ecclesia semper reformanda – Die Kirche muss immer wieder erneuert werden“ – diese gerade den reformatorischen Kirchen zugeschriebene These hat die Kirchengemeinde als Überschrift über den Beitrag zur Buchenauer Kirche gewählt – und dann auch auf die Baugeschichte bezogen. „Die Kirche wurde zwischen 1568 und 1573 gebaut – und so ziemlich jede Generation hat an ihr an- oder umgebaut“, berichtet Kilimann, der sich auch noch an eine nun schon gut 25 Jahre zurückliegende Sanierung erinnert. „Damals ging es mehr um Farben und Anstriche, jetzt haben wir etwas zum Erhalt der Substanz tun müssen“, berichtet er.

Um die Lastverteilung zu verbessern, wurde der Dachstuhl überarbeitet, dann ging es in vielen kleinen und großen Schritten weiter. „Früher hätte man bei solchen Fällen sicherlich großzügig viele Balken und andere Bauteile ausgetauscht und durch neue ersetzt. Jetzt aber haben die Handwerker nach den neuesten Erkenntnissen der Denkmalpflege nur wirklich schadhafte Teile entfernt und dann neue Stücke eingesetzt“, zeigt er am Beispiel der Balken, die eine der Emporen tragen.

Festgottesdienst wird wegen Corona auf späteren Zeitpunkt vertagt

Vom Dachstuhl über die Eindeckung und die Statik der Emporen bis zum marmorierten Anstrich der Kanzel und hölzernen Säulen reiht die Liste der einzelnen „Baustellen“. Als letzter Punkt hatte die Überholung der Orgel – das Instrument stammt aus dem 18. Jahrhundert – auf dem Arbeitsplan gestanden. Eigentlich war nach der Vollendung des Langzeit-Projekts ein festlicher Gottesdienst geplant gewesen. Dieser wird sicherlich auch gefeiert werden – doch vermutlich erst im Sommer oder Herbst. Die Gemeindegottesdienste finden aber auch jetzt wieder in der renovierten Kirche statt.

An den Kosten von rund einer Million Euro beteiligen sich neben der Kirchengemeinde, der Landeskirche, dem Land Hessen und der Denkmalpflege auch eine Reihe von Spendern aus dem Umfeld der Gemeinde. „Es ist schön zu sehen, dass da immer wieder Zahlungen eingehen“, freut sich Kilimann.

Aus Sicht der Historiker ist Buchenaus Gotteshaus auch eine Besonderheit: Sie ist hessenweit der erste Bau, der als evangelische Kirchen errichtet wurde. Alle älteren, heute evangelischen Gotteshäuser waren vor der Reformation katholische Kirchen. Das Grabmal von Eberhard von Buchenau, der den Bau im 16. Jahrhundert in Auftrag gab, findet sich übrigens im Chorraum der Kirche.

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