Das Dorfgemeinschaftshaus Wölf wird für 1.,1 Millionen Euro saniert.
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Das Dorfgemeinschaftshaus Wölf wird für 1.,1 Millionen Euro saniert.

Minus von 678.000 Euro

Eiterfeld muss Rücklagen angreifen: Bürgermeister Scheich bringt Haushalt ein

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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„Wir können davon ausgehen: Die guten Jahre sind vorbei.“ So skeptisch äußerte sich Hermann-Josef Scheich, Bürgermeister der Marktgemeinde Eiterfeld, als er den Haushaltsplan für das kommende Jahr in die Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend einbrachte.

Eiterfeld - Trotzdem war der parteiunabhängige Verwaltungschef ein Stück weit davon entfernt, ein Schreckensszenario an die Wand des Bürgerhauses zu malen, denn: „Die positiven Ergebnisse der wirtschaftlich besseren Jahre zwischen 2017 und 2019 helfen uns heute.“ Dadurch sei die Marktgemeinde in der Lage, das negative Resultat im Ergebnishaushalt für 2021 von rund 678 000 Euro über Rücklagen auszugleichen. Und als wichtige Botschaft für die Bürger: „Dadurch können wir Steuererhöhungen und Kürzungen bei freiwilligen Leistungen vermeiden.“ Fürs kommende Haushaltsjahr gelte, so Scheich, den Spagat zwischen vorsichtiger Kalkulation bei gleichzeitigen optimistischen Investitionen in die Zukunft zu meistern. 

Im kommenden Etat, über den die Gemeindevertreter nun beraten werden, sind Investitionen von knapp 3,1 Millionen Euro vorgesehen; den Löwenanteil wird die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Wölf als IKEK-Maßnahme mit insgesamt 1,1 Millionen Euro verschlingen. Dahinter folgen die Sanierung des Feuerwehrhauses der Feuerwehr Dittlofrod/Körnbach (350.000 Euro) und die Erschließungskosten des Baugebiets „Bartholomäusstraße“ in Leimbach (330.000). Jedoch erfordern die Investitionsaufgaben eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro. „Allerdings möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass wir von 2012 bis 2020 keinerlei Kredite aufgenommen haben“, bekräftigte der Bürgermeister in diesem Zusammenhang. 

Eiterfeld muss Rücklagen angreifen: Bürgermeister Scheich bringt Haushalt ein

In Bezug auf die Steuereinnahmen ist festzustellen, dass die Marktgemeinde mit einem markanten Rückgang bei der Gewerbesteuer rechnet. Hier wurden nur noch 4,45 Millionen Euro veranschlagt – eine Million und damit 20 Prozent weniger als noch für das ablaufende Jahr 2020. Für die Grundsteuern A und B bleibt der Ansatz unverändert.

Vom Land Hessen erhält Eiterfeld Schlüsselzuweisungen in Höhe von 1,26 Millionen Euro, die in den kommenden Haushalt einfließen können – immerhin 330.000 Euro mehr als noch in diesem Jahr. Umgekehrt sinkt, wenn auch nur leicht, die Umlage an den Kreis Fulda – Zeichen einer rückläufigen Finanzkraft der Kommune.

Minus von 678.000 Euro im Eiterfelder Haushalt

Mit 5,8 Millionen Euro an Steueraufwendungen muss die Gemeinde freilich einen riesigen Brocken schultern, der sich vornehmlich aus den Gewerbesteuer- sowie Kreis- und Schulumlagen rekrutiert. Auch die Personalaufwendungen in Höhe von 4,69 Millionen Euro stellen eine wesentliche Belastung des Ergebnishaushaltes dar. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 417.000 Euro und damit fast zehn Prozent gestiegen. Wie Scheich ausführte, seien dafür Tariferhöhungen, eine vorsorglich zusätzliche Stelle im Bauamt, eine Stundenerhöhung im Bauamt sowie die Ganzjahrespraktikantinnen im Bereich der Kindertagesstätten verantwortlich.

 Der Aufwand für Instandhaltungen der gemeindlichen Infrastruktur, beispielsweise des Wasserleitungssystems, ist mit 1,3 Millionen Euro beziffert. Gerade in letzterem Bereich will die Marktgemeinde wieder mehr Eigenregie übernehmen, die Beauftragung an private Unternehmen sei aufgrund „außerordentlicher Kostensteigerungen wirtschaftlich nicht mehr vertretbar“, wie der Bürgermeister ausführte. 

Scheich betrachtet die Kommunen nach wie vor „als Stabilitätsanker für unser Land“. Deshalb sei auch die finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung über das Jahr 2020 hinaus von großer Wichtigkeit.

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