Eiterfeld und Landkreis streiten um 1,4 Kilometer Straße

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eiterfeld - Es gibt Geschenke, die weder dem Schenkenden noch dem Beschenkten so richtig Freude machen. Aber nicht immer muss deswegen ein Gutachter eingeschaltet werden. In Eiterfeld könnte es jetzt so weit kommen – denn die Marktgemeinde wehrt sich dagegen, dass ihr der Landkreis Fulda anderthalb Kilometer Straße „vermacht“.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Es geht um ein Stück der Kreisstraße 146, nämlich um die Verbindung zwischen Körnbach und Arzell – rund 1400 Meter Straße, in sehr gutem Zustand. Die sollten, so der Wunsch des Landkreises und die Anregung von der Straßenbehörde Hessen-Mobil, in die Zuständigkeit Eiterfelds wechseln und künftig als „Gemeindestraße“ geführt werden. Doch in Eiterfelds Gemeindevertretung begeisterte das niemanden: Mit einem einmütigen „Nein“ beschied man dort die Bitte von Hessen-Mobil, diesen Plänen zuzustimmen. Von einem aus Höflichkeit nachgeschobenen „Danke“ klang da nichts mit.

Anders war die Resonanz im Fuldaer Kreisausschuss: Die Landkreis-Regierung stimmte, das ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, „der Abstufung von verschiedenen Kreisstraßen zu Gemeindestraßen zu“. Mit dabei: das Stück der K 146.

FWG: „Reiner Akt von Willkür“

Eiterfelds Freie Wähler machen ihrem Unmut in einer Pressemitteilung Luft: „Die FWG-Fraktion fordert den Landkreis Fulda und Hessen Mobil auf, von diesem in keinster Weise begründeten Vorhaben Abstand zu nehmen. Sonst ist das ein reiner Akt von Willkür“, formuliert Vorsitzender Theodor Kohlmann scharf. Hier werde die viel gepriesene kommunale Selbstverwaltung mit Füßen getreten. Denn das Verkehrsaufkommen dort sei in den vergangenen Jahren gewachsen: Bei der jüngsten Zählung seien auf der Kreisstraße viermal so viele Autos unterwegs gewesen wie auf der Landesstraße von Körnbach nach Eiterfeld.

Kosten bleiben an der Marktgemeinde hängen

Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) verhehlt nicht, dass ihn die Sache ärgert. „Die K 146 wird in diesem Bereich durchaus für den überörtlichen Verkehr genutzt“, betont er. Es habe eher den Anschein, dass der Landkreis bemüht sei, langfristig das Straßennetz, das er unterhalten müsse, verkleinern zu wollen.

Doch Kommunen wie die Marktgemeinde Eiterfeld seien die letzten in der Kette der Lastenverteilung nach unten: Einerseits stiegen Jahr um Jahr die Belastungen – auch durch die Kreisumlage – und zudem wüchsen durch solche Aktionen die Lasten der Gemeinde. Selbst wenn die Straße jetzt frisch hergerichtet sei: Schon der Winterdienst bleibe an der Gemeinde hängen. Daher werde die Marktgemeinde bei ihrem Nein bleiben.

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