In diesem Jahr hatte der Badepark Eiterfeld aufgrund der Corona-Krise geschlossen.
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In diesem Jahr hatte der Badepark Eiterfeld aufgrund der Corona-Krise geschlossen.

Gemeindevertreter tagen

Schwimmen statt nur planschen? In Eiterfeld wird über den Badepark diskutiert

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Der Badepark stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Sanierungsmaßnahmen erachtete das gesamte Gremium als wünschenswert. Über Art und Umfang gingen die Meinungen jedoch auseinander.

Eiterfeld - Die CDU-Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, wonach der Gemeindevorstand eine „Verbesserung des Schwimmbads (Erweiterung/Modernisierung)“ prüfen solle. Der Hintergrund lässt sich vielleicht mit dem Slogan „Schwimmen statt nur Planschen“ beschreiben.

Den Christdemokraten missfällt, dass der Badepark nur als Spiel- und Spaßeinrichtung verstanden wird und für die sportlich orientierten Schwimmer kaum Möglichkeiten bietet. Zudem gewinne ein heimisches Schwimmbad im Sommer immer mehr an Bedeutung, wenn, wie in diesem Jahr, die Menschen aufgrund von Corona weniger verreisen.

Eiterfeld: Bietet Badepark Raum für Schwimmer?

Außerdem solle man an den Schulunterricht denken. Und so regte die CDU auch an, die Möglichkeit zur Schaffung eines neuen Beckens in Betracht zu ziehen. Dies eingerechnet, dürfte an Kosten ein siebenstelliger Bereich auf die Gemeinde zukommen. Die sanitären Anlage, die Umwälzpumpe und der Sprungturm sind Maßnahmen, die ohnehin schon auf der To-Do-Liste stehen.

Dem Antrag zur Prüfung durch den Gemeindevorstand gab das Gemeindeparlament zwar statt, aber es wurden sechs Gegenstimmen gezählt – zumal es aufgrund der bestehenden Fristen für eine Förderung zu knapp wird, um eine umfangreiche Gesamtsanierung in den Haushalt 2021 aufzunehmen. Die Maßnahme zu stückeln sei, so erklärte es Bürgermeister Hermann-Josef Scheich, nicht möglich.

Gleichstellung, Wertstoffhof und Grunderwerb - Gemeindevertretung tagt

Gleichstellung: Eingangs der Sitzung stellte die Gemeinde ihren Frauenförder- und Gleichstellungsplan für die kommenden sechs Jahre vor, zu dem sie gesetzlich durch das Land Hessen verpflichtet ist. Scheich strich heraus, dass die Führungspositionen in der Gemeinde – sieben an der Zahl – zu 57 Prozent von Frauen besetzt sind (vier) und zu 43 Prozent von Männern (3). Zu diesen Führungsposition zählt auch die Leitung einer Kindertagesstätte. In acht Besoldungs- und Entgeltgruppen liegt der Frauenanteil unter Berücksichtigung des Beschäftigungsvolumens unter 50 Prozent.

Wertstoffhof: Die Sanierung in Form von Straßenbaumaßnahmen ist teurer als geplant geworden; so musste sich die Gemeindeverwaltung eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 54.000 Euro genehmigen lassen. Das sorgte bei der CDU für Verdruss. Zwar betrachtete man allgemein die Sanierung als gelungen, doch die Kostenüberschreitung sei mit fast 25 Prozent erheblich. Man habe die Gemeindevertreter darüber auch zu spät informiert. Die Maßnahme war mit 200.000 Euro veranschlagt worden, gefördert wird 90 Prozent dieser Summe. Zweifel kamen auf, ob beim „Aufschlag“ ein ähnliches Verhältnis möglich sein könnte.

Grunderwerb: Die Gemeinde erwirbt im Ortsteil Großentaft Grund und Boden „Über dem Lerchenweg“ zur Wohnbauentwicklung. Kosten: 51.000 Euro.

Weitere Punkte: Baukindergeld, E-Mobilität und Sanierungen

Baukindergeld: Auch Familien, die ein Baugrundstück von privat innerhalb der Marktgemeinde erwerben, erhalten von ihr 3000 Euro je Kind, maximal aber 9000 Euro. Bisher war diese Regelung nur beim Kauf gemeindlicher Grundstücke gültig.

Dorfgemeinschaftshaus: Die Gemeinde hat den Auftrag für die teilweise Neugestaltung der Außenanlagen am DGH Soisdorf für 25.500 Euro erteilt. 

E-Mobilität: Der Gemeindevorstand hat den Auftrag für den Kauf eines Elektrofahrzeugs erteilt. Der Pkw kostet 29.750 Euro.

Ortslage Wölf: Im Zuge der Sanierung „Hochstraße“ werden Gehwege und Bordsteine erneuert und der Auftrag für 78.800 Euro vergeben. Es geht um 600 Quadratmeter Pflasterfläche und 150 Meter Bordsteine.

Endausbau: Für die Straße der „Pfaffenliede“ sind 105.000 Euro veranschlagt. Die Maßnahme soll Ende November beendet sein.

Kanal-TV-Untersuchung: Insgesamt 102.000 Euro werden für die entsprechenden Ingenieurleistungen, TV-Inspektions- und Kanalreinigungsarbeiten fällig.

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