Sandra Henek (von links, scheidende Klinikgeschäftsführerin), Dr. Christian Freiberg (Facharzt Palliativstation), Astrid Profitlich (neue Klinikgeschäftsführerin), Angelika Frebel-Weber, Rüdiger Weber, Chefärztin Innere Medizin/Palliativstation Sandra Beres und Pflegedirektor Christopher Smith bei der Trauung. / Foto: Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld

Endlich getraut: Eine Hochzeit auf der Palliativstation

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Wenn sich ein Paar das Ja-Wort gibt, ist das immer ein ganz besonderer Moment. Doch in einem Krankenhaus zu heiraten istmehr als besonders – für die Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld ist es sogar eine Premiere. Nach 17 Jahren, die Angelika Frebel-Weber auf diesen Moment gewartet hat, war es Anfang April an der Zeit, offiziell die Frau an Rüdiger Webers Seite zu werden. Nach Webers Krebsdiagnose vom Januar diesen Jahres hatte sich das Paar nun zu diesem Schritt entschlossen.

Sie lesen eine Pressemitteilung der Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld im Wortlaut:

Es war keine Liebe auf den ersten Blick, als sie sich in einer Reha-Klinik zum ersten Mal begegneten. „Noch eine von der Jogginghosen-Fraktion“, gibt Rüdiger Weber schmunzelnd seinen ersten Gedanken über Angelika wieder. Doch nach wenigen Tagen merkten die beiden, dass sie auf einer Wellenlänge liegen.

Weber, der sich selbst augenzwinkernd als „schüchtern“ bezeichnet, wollte diese Frau nicht mehr missen. „Nach seiner Entlassung aus der Reha hat er mich jeden Tag besucht, hat täglich 260 Kilometer zurückgelegt“, erinnert sich Angelika. Mit dieser Beharrlichkeit und seinem unvergleichlicher Humor eroberte Rüdiger ihr Herz.

Aus einem Flirt entwickelte sich eine Beziehung, die viele Krisen zu überwinden hatte. Berufliche und finanzielle Turbulenzen stellten das Paar mehrfach auf die Probe. „Rüdiger ist für mich eine Schulter zum Anlehnen und hat mich stets ermutigt“, beschreibt Angelika ihre Partnerschaft mit Rüdiger. „Vertrauen, Gespräche und gegenseitige Unterstützung sind unsere Basis.“ Dass die beiden heiraten wollen, stand bald fest – doch der Termin wurde immer wieder auf „später“ vertagt.

Doch jetzt war der große Tag gekommen – und die Zeit war knapp. In nur wenigen Tagen eine Trauung auf die Beine zu stellen war für alle Beteiligten eine Herausforderung. Das Team der Palliativstation funktionierte den Aufenthaltsraum kurzerhand zu einem Standesamt um und dekorierte ihn für das Brautpaar liebevoll mit Blumen, Luftballons und Kerzen.

Bei der Eheschließung waren neben dem Palliativteam auch die Mitpatienten als Gäste eingeladen. Auch ein Brautstrauß durfte nicht fehlen. Dieser wurde von der Klinikleitung überreicht, die im Namen aller Mitarbeiter herzliche Glückwünsche überbrachte.

„Nach Rüdigers Krebsdiagnose hat sich in unserer Beziehung nicht viel verändert“, berichtet Angelika. Doch dann räumt sie ein: „Nur das Wort „später“ existiert seit Januar nicht mehr.“

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