Vermummte Steinewerfer in Leipzig / Foto: Bundespolizei Hünfeld

Erfolge für Hünfelder Bundespolizei: Videoauswertung ermöglicht Ermittlung von Tatverdächtigen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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HÜNFELD - Lob für die Bundespolizei Hünfeld. Ihre akkurate und akribische Arbeit ermöglichte die Ermittlung von Tatverdächtigen. Mehr dazu lesen Sie in der folgenden Pressemitteilung.

Die Staatsanwaltschaft Gera würdigte aktuell die sehr gute Arbeit der beteiligten Ermittlungs-/Polizeibehörden u.a. des Landes Sachsen-Anhalt und der Hünfelder Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft (BFHu). Ausdrücklich gelobt wurde deren akkurate und akribische Dokumentation aller Maßnahmen und der beschlagnahmten Gegenstände. Denn dadurch wurde ein wesentlicher Beitrag zum Ausgang eines langandauernden Verfahrens geleistet.

Wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern in acht Fällen und wegen bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern in fünfundsechzig Fällen verurteilte das Landgericht Gera einen Rechtsanwalt aus Frankfurt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten. Zudem verhängte das Landgericht ein Berufsverbot für die Tätigkeit als Rechtsanwalt und ordnete den Verfall von Wertersatz in Höhe von 187.000 Euro an. Zwei weitere Angeklagte müssen Freiheitsstrafen von über zwei Jahren absitzen, während sechs Angeklagte zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden.

Die Verfahren wurden bereits seit Juni 2010 verhandelt und die Täter verurteilt, aber durch Ausnutzung aller rechtlichen Instanzen erst jetzt bestätigt.

Zwei weitere Urteile mit deutlicher Signalwirkung auf die „Gewaltszene“ konnten ebenfalls mit Unterstützung der Hünfelder BFHu erzielt werden. Ein Teilnehmer einer Legida-Demonstration hatte ohne Rücksicht auf Verletzungen eine Flasche in Richtung Polizei und Unbeteiligte geworfen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Auf Grund der qualifizierten Festnahme der Hünfelder BFHu ist der Täter jetzt zu einer Haftstrafe von 13 Monaten verurteilt worden.

Ebenso erfolgreich war die Einheit beim Fußballballspiel in Kaiserslautern. Dort nutzten gewaltbereite Fußballstörer eine Unterführung, um gegnerische Fans, Unbeteiligte, Kinder und Polizeibeamte mit Bengalischem Feuer und Pyrotechnik aufzuhalten. Sie nahmen in Kauf, dass ätzende Rauchschwaden und Gase von den eingeschlossenen Menschen eingeatmet werden mussten. Einem Haupttäter konnte dank der professionellen Arbeit der BFHu die Tat vor Gericht lückenlos nachgewiesen werden. Er wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Bei weiteren Anzeigen stehen die Urteile noch aus. Beim Fußballspiel Bayer Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt im April ermittelte die Einheit sechs Tatverdächtige und beanzeigte diese wegen Bedrohung (§ 241 StGB), Öffentlicher Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) sowie Beleidigung (§ 185 StGB). Ein Abgleich von Zeugenaussagen und die Auswertung des Videomaterials führte bei den am Einsatztag durchgeführten Identitätsfeststellungen durch die Hünfelder BFHu zu diesem Ermittlungserfolg.

Die Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft ist eine besonders gegliederte, trainierte und ausgestattete Einsatzeinheit und gehört zu den Spezialkräften der Bundespolizei.

Sie ist strukturiert in eine Führungsgruppe, zwei Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten und einen Unterstützungsdienst.

Aufgrund ihrer besonderen Leistungsfähigkeit, Gliederung und Ausstattung werden die Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaften meist an den Brennpunkten von Einsatzlagen mit erhöhter Gewaltbereitschaft eingesetzt.

Weiterhin gehören Einsätze im Rahmen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren im Bereich der organisierten und bandenmäßigen Kriminalität (Vollstreckung von Durchsuchungsbeschlüssen und Haftbefehlen) zu ihrem Aufgabenspektrum. / PM

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