Forschung braucht (auch) Raum: Daher soll das Bruchsteingebäude links (es ist der Westflügel des Geisaer Schlosses) aus- und umgebaut werden.
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Forschung braucht (auch) Raum: Daher soll das Bruchsteingebäude links (es ist der Westflügel des Geisaer Schlosses) aus- und umgebaut werden.

Veranstaltungen mit Studierenden

Demnächst zur Promotion nach Geisa: Stadt, Hochschulen und Stiftung gründen „Forschungsinstitut Point Alpha“

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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Zur Doktorarbeit nach Geisa? Warum nicht! Am Freitag wurden in der Point-Alpha-Stadt die Weichen dafür gestellt, dass das möglich werden kann – mit der Gründung des Vereins „Forschungsinstitut Point Alpha“.

Point Alpha - Träger des Projekts sind neben der Stadt Geisa als Initiatorin die Hochschule Fulda sowie Wissenschaftler der Universitäten Erfurt und Mannheim und die Point Alpha Stiftung.

Das Institut will Veranstaltungen mit Studierenden aus den Sozial- und Geschichtswissenschaften ermöglichen, aber auch ein Zentrum für intensive Studien von Doktoranden und Anbieter international besetzter Symposien mit Spitzenforschern sein. Geisa könne aber mit der Gedenkstätte Point Alpha und seiner nun entstehenden Infrastruktur genau der richtige Ort für Forschende sein, um in Ruhe und jenseits der Hochschul-Hektik ein Buch zu vollenden. (Lesen Sie auch: Gedenkstätte Point Alpha empfängt nach acht Monaten wieder Gäste)

„Forschungsinstitut Point Alpha“: Zur Doktorarbeit nach Geisa? Warum nicht!

In einem Pressegespräch beschrieben beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler drei Kernthemen, denen sich das Institut fächerübergreifend widmen will: „Der Kalte Krieg und seine Bedeutung für die Gegenwart“, „Grenzerfahrungen“ sowie „Demokratiekonzepte und -praktiken“.

„Wir verstehen Zeitgeschichte als die Vorgeschichte aktueller Problemlagen“, sagte die Erfurter Historikerin Prof. Dr. Christiane Kuller, eines der Gründungsmitglieder. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte am Standort Geisa ermögliche es, den Horizont zu weiten und neben dem Ost-West-Konflikt auch auf die Nord-Süd-Problematik zu schauen. Der Blick auf Point Alpha lehre auch wahrzunehmen, dass es aktuell in der Welt an vielen Orten ähnlich scharf bewachte Grenzen gebe wie einst mitten in Deutschland, ergänzte der Mannheimer Historiker Prof. Dr. Philipp Gassert, der Point Alpha auch als Wissenschaftlicher Beirat der Stiftung verbunden ist. Das Forschungsinstitut biete große Chancen – und es sei dank der großen Ausdauer von Bürgermeisterin Henkel entstanden: Sie sei die „treibende Kraft“ gewesen, die die Beteiligten zusammengebracht habe. Das Institut könne mit seiner Lage an der Grenze von „Ost“ und „West“ auch ein guter Ort sein, um jenseits von Schuldzuweisungen über die Stabilität von Demokratien zu forschen, unterstrich Prof. Dr. Claudia Wiesner, Politikwissenschaftlerin an der Hochschule Fulda.

Die Gründungsmitglieder des Vereins streben an, dass das Forschungsinstitut Point Alpha von der Universität Erfurt wie auch der Hochschule Fulda als „An-Institut“ anerkennen. So könne es ein landes-, hochschul- und disziplinübergreifendes Pilotprojekt mit internationaler Ausstrahlung werden.

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