Fotos: Hartmut Zimmermann

Fotogalerie: Tonnenschwere Stufen schweben aus dem Rathausdach in Hünfeld

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Beim Umbau des Hünfelder Rathauses kann man in diesen Tagen Kran-Ballett erleben: Durch das zur Rathausstraße hin geöffnete Dach werden tonnenschwere Betonelemente aus dem Gebäude gehievt: Reste der alten Wendeltreppe.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Sie müssen auf diese umständliche Weise entfernt werden, damit die Statik des Gesamtgebäudes keinen Schaden nimmt. „Wenn wir sie herausstemmen würden, gäbe es durch die permanenten Erschütterungen eine viel zu große Belastung für die tragenden Wände“, erläutert Thomas Henkel, der den Umbau für die Stadt koordiniert.

Stattdessen wird gebohrt und gesägt: In einen zuvor genau festgelegten Abschnitt der Treppe werden zunächst armdicke Löcher gebohrt. Durch diese werden dann die Trag-Ketten des Krans hindurchgeführt. Sue werden auf der Unterseite der Betontreppe dann mit einem massiven Eisengestell verbunden. Diese Tragkonstruktion stellt sicher, dass die Treppe, wenn sie schließlich am Kran hängt, in sich stabil bleibt und nicht während des Transports bricht – bei einer bis zu acht Tonnen wiegenden Last keine überflüssige Vorsichtsmaßnahme.

„Gut, dass es nicht windig ist“

Erst wenn das zu entfernende Teilstück auch durch Schwerlaststützen von unten gesichert ist, kommen die Betonsägen zum Einsatz: Sie schneiden die Teilstücke heraus, während der Mann im Cockpit des Krans draußen darüber wacht, dass die Last durch den Kran so gesichert ist, dass sie auch in dem Augenblick, wenn die letze Verbindung zur Wand durchtrennt wird, stabil bleibt.

Der letzte Akt ist dann das Herausheben aus dem engen Dachöffnung. „Gut, dass es nicht windig ist“, sagt Thomas Henkel, der die Arbeiten am Freitag beobachtete. Zum Abtransport werden die Stufen dann – auch hier wird ein wenig gezirkelt – auf einen schweren Lkw gelegt.

Der Austausch der Treppe war erforderlich, weil die Wendeltreppe durch eine neue Podesttreppe ersetzt wird, die im Gegensatz zum jetzt ausgebauten Stück den Feuerschutz-Richtlinien entspricht. Zudem benötigt die neue Konstruktion weniger Fläche, so dass man Raum für den Einbau eines Aufzugs gewinnt.

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