Bei der Trasse Fulda–Gerstungen ist die tunnelreiche Variante mit dem Ausfädelpunkt bei Hünfeld-Michelsrombach vom Tisch (Symbolfoto).
+
Bei der Trasse Fulda–Gerstungen ist die tunnelreiche Variante mit dem Ausfädelpunkt bei Hünfeld-Michelsrombach vom Tisch (Symbolfoto).

Baugrund-Experte informierte

Konflikt um Trasse Fulda-Gerstungen hält an - Forum kippt auch Fernverkehrshalt „Bebra Süd“

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
    schließen

Die Zahl der möglichen Grobkorridore, die für die Trasse Fulda–Gerstungen in Frage kommen wird kleiner: Weder die Streckenführung über Bebra noch die Varianten mit dem Ausfädelpunkt bei Michelsrombach werden weiter verfolgt. Haunetal-Wehrda im Landkreis Hersfeld-Rotenburg kann aufatmen.

Haunetal - Das ist das Ergebnis des neunten Treffens des Beteiligungsforums Fulda–Gerstungen. Die Beratungen hatten am Freitag stattgefunden. Das Nein zum Ausfädelpunkt auf der Höhe von Hünfeld-Michelsrombach im Landkreis Fulda ist eine Folge der Bewertung der geologischen Risiken für die extrem tunnelreichen Streckenvarianten, die von dort möglich gewesen wären.

Der Sachverständige für Baugrund und Tunnel erläuterte die geologische und geotechnische Situation. Einige Trassenkorridore durchqueren mit langen Tunneln Bereiche, in denen es aufgrund der geologischen Situation zu Bewegungen Untergrund kommen kann. Dies liegt an den dort im Boden aktiven Chloridkarsten (Salz). 

Bahn-Trasse Fulda–Gerstungen nicht über Wehrda - und nicht über Tunnel-Variante über Hünfeld

Bereiche mit diesem Untergrund werden bei der Planung von Hochgeschwindigkeitsstrecken, die einen hohen Tunnelanteil aufweisen, als sehr ungünstig und risikohaft für den langfristigen Betrieb von Tunneln eingestuft. „Wir müssten durch massive Schäden im Untergrund mit langfristigen Störungen in den Tunneln rechnen“, so Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Großprojekte Mitte der DB Netz AG, in einem Pressegespräch.

Sofern es Alternativen ohne diese Risiken gibt, werden diese bevorzugt. Daher werden die Trassenkorridore, die in Michelsrombach ausfädeln, nicht weiterverfolgt. Das bedeutet auch, dass die Menschen in Wehrda aufatmen können: Die Variante durch das Wehrdaer Moor, die dort zur Gründung einer BI geführt hatte, ist vom Tisch.

Diese Karte stellt die verbleibenden Grobkorridore für mögliche Trassen dar, die nun weiter untersucht werden. Deren Bewertung erfolgt am 6. Oktober.

Nicht mehr im Spiel ist auch der „Fernverkehrshalt Bebra Süd“. Diese Streckenführung mit einem per Shuttle anzubindenden Halt auf der „grünen Wiese“ sei wegen „außerordentlich hoher Raumwiderstände“ und einer schwer zu realisierende Anbindung an die Bestandsstrecken letztlich nicht umsetzbar. Damit deutet alles auf einen ICE-Halt im Raum Bad Hersfeld hin. 

Das 10. Beteiligungsforum findet am 6. Oktober statt. Hier wird die DB Netz die Ergebnisse des nun folgenden Segmentvergleichs sowie die sich daraus ergebenden möglichen Varianten für den Streckenverlauf vorstellen (lesen Sie auch hier: Bürgerversammlung zum Bau neuer Bahngleise zwischen Fulda und Gerstungen).

Das könnte Sie auch interessieren