Fotos: LebKom

Fulda-Mosocho-Projekt informierte an der Wigbertschule

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - „Was hat das, was am anderen Ende des Globus passiert, mit uns zu tun?“ Diese Frage stellten sich Schülerinnen und Schüler der Wigbertschule bei einem Vortrag des Fulda-Mosocho-Projektes über die Beschneidung von Mädchen und Frauen in Afrika.

Laut UNICEF sind täglich etwa 6000 Mädchen und Frauen in 29 afrikanischen Staaten von der „weiblichen Genitalverstümmelung“ betroffen, weltweit sind es nach aktuellen Zahlen über 200 Millionen. Und auch in Deutschland hat dieses Problem mittlerweile Einzug gehalten. Das Fuldaer Mosocho-Projekt, das vom Verein LebKom getragen wird, bemüht sich in Kenia um Aufklärung der Bevölkerung.

Die beiden Sozialpädagoginnen Anja Baierlein, die das Projekt in Kenia mitbetreut, und Sandra Jensen, die das Projekt ehrenhalber unterstützt, stellten die Arbeit des Mosocho-Projekts an der Wigbertschule vor. In der 90-minütigen Unterrichtseinheit wurde nicht mit schockierenden Bildern oder perspektivlosen Fakten gearbeitet, sondern es wurden Strategien und Denkweisen von machbarer Entwicklungshilfe präsentiert.

Das Credo dieses Projekts lautet: „Es ist möglich, die Beschneidung zu beenden, und zwar Hand in Hand mit den Einheimischen.“ Dazu wurden in dem Vortrag die Ursachen und Hintergründe der Tradition beleuchtet. Besonders die Wege beziehungsweise Perspektiven für die Überwindung der tiefverwurzelten Tradition standen im Fokus.

Es gelang den beiden Referentinnen, die Schülerinnen und Schüler für das Thema zu sensibilisieren. Kaum jemand wusste zuvor von der Praxis der Beschneidung, die Schülerinnen und Schüler waren schockiert, was den Mädchen widerfährt.

„Man kann eine Verhaltensänderung, den Bruch mit dieser alten Tradition, nicht erreichen, indem wir uns als scheinbar moralisch überlegen darstellen“, sagte Baierlein. „Verhaltensänderungen, die nachhaltig sein möchten, können nur in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, mit den betroffenen Männern und Frauen erfolgen. Es muss einsichtig werden, was man den Frauen mit der Genitalverstümmelung nimmt.“

Das Projekt gehört laut einer UNICEF-Studie zu den fünf weltweit erfolgreichsten in diesem Bereich, wodurch in der Projektregion bereits über 30 000 Mädchen nachhaltig gerettet werden konnten.

Die schulische Arbeit ist Teil des Projektes „Weibliche Genitalverstümmelung – mehr Engagement für bedrohte Mädchen und Frauen in Afrika! Ehrenamt stärken, Jugend erreichen, Entscheidungsträger bewegen“ und wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

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