Ab Montag ist hier wegen Bauarbeiten bis Dezember gesperrt. Die Umleitung führt über Hechelmannskirchen, Schlotzau, Michelsrombach und Fraurombach
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Ab Montag ist hier wegen Bauarbeiten bis Dezember gesperrt. Die Umleitung führt über Hechelmannskirchen, Schlotzau, Michelsrombach und Fraurombach

Neue Verarbeitungsweise

Pilotprojekt bei Hechelmannskirchen: Einsatz von Niedrigtemperatur-Asphalt

Von Montag an wird der Straßenbelag der Landesstraße zwischen Hechelmannskirchen und der Grenze zum Vogelsbergkreis erneuert. Die Arbeiten bewertet Hessen Mobil als „Pilotprojekt“, da dort neue Verarbeitungsweisen beim Einbau des Asphalts erprobt werden.

Hechelmannskirchen - Die Gesamtstrecke, die erneuert wird, ist 2,4 Kilometer lang. Die Baumaßnahme wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Der erste erstreckt sich vom Ortsausgang Hechelmannskirchen (Fulda) bis ungefähr zur Einmündung Langenschwarz und ist rund 900 Meter lang.

Dort werden 14 Zentimeter Asphalttragschicht und vier Zentimeter Deckschicht eingebaut. Hier arbeitet die beauftragte Firma in konventioneller Bauweise. Hier wird eine sechs Zentimeter dicke Asphaltbinderschicht eingebaut und die Deckschicht mit vier Zentimetern erneuert.

Fulda: Niedrigtemperatur-Asphalt - Pilotprojekt bei Hechelmannskirchen

„Im zweiten Bauabschnitt wird auch das Pilotprojekt mit dem temperaturabgesenkten Asphalt durchgeführt“, erläutert Projektingenieur Klaus-Uwe Timmert, Sachgebietsleiter für Bau/Erhaltung bei Hessen Mobil in Fulda: „Dafür wird es ein sogenanntes Probefeld von rund 100 Metern geben. Dieses wird genutzt, um zuvor bestimmte Parameter für den weiteren Bau der Erprobungsstrecke zu ermitteln.“ (Lesen Sie hier: Ein landwirtschaftliches Pilotprojekt wurde kürzlich in Marjoß gestartet)

Wie der Name es schon andeutet, geht es darum, die Temperatur des Asphalts bei der Herstellung des Mischguts und auch beim Einbau so niedrig wie möglich zu halten. „Die Temperatur wird bei dieser Maßnahme um etwa 20 Grad verringert“, sagt Timmert. Der Niedrigtemperatur-Asphalt muss aber in kürzerer Zeit eingebaut und verdichtet werden. Timmert: „Die Walzbahnen müssen kurz sein, der Asphalt muss schnell und gleichmäßig verdichtet werden.“ Während des gesamten Einbauprozesses werden Temperaturverlauf und Verdichtungsgrad stetig kontrolliert. Die Verdichtung sollte möglichst bei einer Temperatur von 100 Grad abgeschlossen sein.

Hessen Mobil lobt Vorteile von neuer Verarbeitungsmethode

Der Einbau von temperaturabgesenktem Asphalt hat laut Hessen Mobil viele Vorteile. „Vor allem Arbeitsschutz- und Umweltschutzgründe spielen bei der Entscheidung auf Niedrigtemperatur-Asphalt zu setzen, eine große Rolle“, sagt Timmert. Das Verfahren senkt die Belastung der dort Arbeitenden, die auf der Baustelle Dämpfe und Aerosole einatmen. „Eine zehn Grad geringere Asphalttemperatur kann die Emissionen um die Hälfte reduzieren“, erläutert Hessen Mobil.

Pro Tonne Asphaltmischgut können bei der Herstellung zudem neun Kilowattstunden Energie (etwa 0,9 Liter Heizöl pro Tonne) eingespart werden. Ein weiterer Vorteil: Die so gebaute Straße bleibt aufgrund der geringeren Temperatur und damit einer geringeren Alterung des Bindemittels voraussichtlich länger in guten Zustand.

Die Erkenntnisse aus dieser Pilotstrecke werden bundesweit mit anderen zusammengetragen, um den Umgang und die Auswirkungen des neuen Verfahrens beurteilen zu können. Das Land Hessen investiert in diese Maßnahme 850.000 Euro. (zi)

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