Symbolfoto: Christian Charisius

G-20-Ausschreitungen in Hamburg: Neun Hünfelder Polizisten unter Verletzten

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Hünfeld - Bei den schweren Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg sind auch neun Bundespolizisten aus Hünfeld verletzt worden. Zudem wurden acht Fahrzeuge beschädigt. Insgesamt waren 300 Einsatzkräfte der Bundespolizeiabteilung in die Hansestadt beordert worden.

Der Einsatz im Hamburger Schanzenviertel, das als Zentrum der Linken gilt und am Freitagabend in Flammen stand, war für die Bundespolizisten heikel. Einer der Beamten aus Hünfeld wurde mit einer Platte, die Vermummte aus dem Gehweg gehoben hatten, am Rücken getroffen, ein anderer erlitt bei der Räumung einer Blockade durch ein Wurfgeschoss Prellungen am Kopf. Hinzu kamen weitere Prellungen und Zerrungen.

„Die Randalierer haben den Tod von Polizisten bewusst in Kauf genommen“, urteilt Werner Friedrich, Abteilungsleiter am Standort in Hünfeld. Er war nicht vor Ort, hat das Geschehen aber am Fernseher verfolgt und immer wieder Hünfelder auf dem Bildschirm erkannt. „Das war ein schlimmes Gefühl. Ich habe mit schwereren Verletzungen gerechnet.“ Diese seien aber nicht ganz so gravierend gewesen: „Nur“ neun Hünfelder seien leicht verletzt worden. „Im Großen und Ganzen haben wir Glück gehabt.“

Beamte aus Hünfeld hatten außerdem für den Schutz der G20-Teilnehmer gesorgt und unter anderem sämtliche Räume und Abwasserschächte in den Messehallen und der Elbphilharmonie durchsucht, in der die Politiker diniert und Beethoven gehört hatten. Bundespolizei-Sprecher Jürgen Bohl weist darauf hin: „Eigentlich hatten wir in Hamburg zwei Großlagen: neben den Demonstrationen nämlich auch die Terrorgefahr.“

Ein Großteil der Hünfelder, die in Hotels untergebracht waren, ist bereits am Sonntag heimgekehrt. Die Beweissicherungseinheit kam gestern, die Logistikeinheit folgt morgen. Dann können die Bundespolizisten so weit wie möglich Überstunden abbauen, Urlaub nehmen und durchatmen – bis zum nächsten Großeinsatz. Einen ausführlicheren Bericht finden Sie in der Dienstagsausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper. / sam

Das könnte Sie auch interessieren