Fotos: Gefängnisseelsorge

Gefängnisseelsorge erhält Innovationspreis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Am „Tag für Pastorale Innovation“ des Bistums Fulda wurden der Gefängnisseelsorger Diakon Dr. Meins Coetsier und seine Mitstreiter im Gefängnis mit einem Preis für pastorale Innovation in der Diözese Fulda ausgezeichnet. Sein Projekt „Jail House College“ will Gefangenen mit Musik, Bildung und Kultur begegnen.

Exemplarisch für 39 innovative Bewerbungen wurden sechs Projekte gewürdigt. Die Idee vom „Jail House College“ ist als innovatives diakonisches Projekt mit 1500 Euro Preisgeld honoriert worden. Die Preisverleihung fand im Beisein von über 200 Teilnehmern im Morgensternhaus in Fulda statt, schreibt die Gefängnisseelsorge der JVA.

Lieder und Witze im Gefängnis

„Wir sind total überrascht und freuen uns für die Gefangenen und über die Unterstützung“, sagt Diakon Coetsier. Mit dem ehrenamtlichen Musiker der JVA Fulda und JVA Hünfeld, Addi Haas, nahm er den Preis in Empfang. Nach einem kurzen Witz aus dem Witzebuch „Humor hinter Gittern“, spielten die beiden Musiker als Dankeschön das selbst komponierte Lied „Jail House College“. Bischof Gerber war sichtbar angetan und sprach mit beiden Preisträgern über die Seelsorge und Herausforderungen im Gefängnis. Auch hinter Gittern ist Innovation und „Kultur Wandel“ sehr wichtig, bestätigte der Bischof, der gerne 2020 die Mitarbeiter vom Bistum Fulda und die Gefangenen in Justizvollzugsanstalten besuchen möchte.

„Rand der Gesellschaft nicht vergessen“

Auch am Vortag der Preisverleihung wurde in Wiesbaden beim Jahresgespräch der katholischen JVA-Seelsorge mit dem Kommissariat der katholischen Bischöfe im Lande Hessen und dem Hessischen Ministerium der Justiz bestätigt, wie wichtig die Seelsorge in einem Umfeld von zunehmenden Spannungen und psychisch auffälligen Gefangenen ist. Diakon Coetsier betont, dass „die Menschen hinter Gittern die Gemeinschaft mit der Außenwelt nicht verlieren, und umgekehrt die Außenwelt ihre Brüder und Schwestern am Rande der Gesellschaft nicht vergisst. Es bedarf Brücken der Barmherzigkeit.“

„Zufriedenheit und Miteinander in einer gebrochenen Welt“

Das diakonische Projekt ist aus dem Herzensanliegen von einzelnen Gefangenen, Mitarbeitern und Seelsorgern entstanden. Mit dem „Jail House College“ möchten die Projektpartner mit ihrem Engagement einen Horizont kreieren, der den Menschen hinter den grauen Mauern eine Stimme und geistorientierte Sinnhaftigkeit geben, und sie mit der weiteren kirchlichen Gemeinschaft in Kontakt bringen. „Jail House College“ baut auf den drei Säulen: Musik, Bildung, und Kultur auf, um eine Präsenz von Glaube und Hoffnung zu schaffen und die Zufriedenheit und das Miteinander in einer gebrochenen Welt zu fördern. / lea

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