Spatenstich fürs lokale Erdgasnetz:  Roland Stemm (Technischer Prokurist), Paul Weise (Abteilungsleiter Netzmanagement), Sebastian Wolfram (PRT Energietechnik), Landtagsabgeordneter Martin Henkel, Steffen Kirchner (FFK Rohrleitungsbau), Werraenergie-Geschäftsführer Hans Ulrich Nager und Bürgermeisterin Manuela Henkel (von links) vollzogen den symbolischen Spatenstich für die Verlegung der Gasleitungen in der Stadt Geisa.
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Spatenstich fürs lokale Erdgasnetz: Roland Stemm (Technischer Prokurist), Paul Weise (Abteilungsleiter Netzmanagement), Sebastian Wolfram (PRT Energietechnik), Landtagsabgeordneter Martin Henkel, Steffen Kirchner (FFK Rohrleitungsbau), Werraenergie-Geschäftsführer Hans Ulrich Nager und Bürgermeisterin Manuela Henkel (von links) vollzogen den symbolischen Spatenstich für die Verlegung der Gasleitungen in der Stadt Geisa.

Flüssiggas

Geisa erhält lokales Erdgasnetz: Energieanbieter freut sich über „deutschlandweit einmaliges Verfahren“

In der Rasdorfer Straße gegenüber der Feuerwehr wurde mit der Verlegung der Gasleitungen für das neue Erdgasnetz in Geisa begonnen. Bürgermeisterin Manuela Henkel (CDU), Landtagsabgeordneter Martin Henkel (CDU) und Vertreter der Werraenergie GmbH vollzogen den Spatenstich.

Geisa - Geisas Einwohner hatten bisher nicht die Möglichkeit, Gas zentral über das Netz zu beziehen, da es dieses in Geisa bisher nicht gibt. Daher gab es in der Stadt bisher nur die Versorgung einzelner Kunden über Flüssiggasinseln.

Hans Ulrich Nager, Geschäftsführer der Werraenergie GmbH, freute sich, dass es gelungen sei, mit dem deutschlandweit einmaligen Verfahren zur Ortsnetzeinspeisung die Versorgung der Stadt Geisa mit Gas sicherstellen zu können. Hierzu wird im Gewerbegebiet ein großer Flüssiggastank aufgestellt. Das flüssige Gas wird verdampft und die Energie so ins lokale Erdgasnetz einspeist. Dafür erweitert Werraenergie die vorhandenen Flüssiggas-Inseln, um diese dann zukünftig mit dem innovativen LNG (Liquid Natural Gas – verflüssigtes Erdgas) betreiben zu können.

Geisa erhält ein lokales Erdgasnetz

Nager bedauerte, dass es nicht möglich sei, Geisa an das vorhandene Ferngasnetz anzuschließen, schloss es für später aber nicht gänzlich aus. Die dafür nötige Leitung bis zum nächsten Knotenpunkt bei Dermbach würde derzeit etwa sechs Millionen Euro kosten – das sei im Moment nicht bezahlbar, da auch andere Orte Investitionsbedarf in Gasanschlüsse hätten. Nager berichtete, dass die Nachfrage nach Anschlüssen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sei. Habe man vor drei Jahren noch 50 bis 60 neue Kunden jährlich ans Netz angeschlossen, seien es im vergangenen Jahr bereits 300 gewesen, und für 2020 rechne er mit etwa 400 Neuanschlüssen.

Der Geschäftsführer freute sich auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Geisa und warb gleichzeitig um Verständnis bei den Einwohnern, dass bei den Bauarbeiten „Geisa ein wenig umgeackert“ werden müsse. Nager betonte, dass trotz des erheblichen Aufwands die Gaskunden in Geisa den gleichen Vertriebspreis zahlen wie die Kunden im gesamten Verbreitungsgebiet. 

Noch in diesem Jahr sollen etwa 1000 Meter Leitungen verlegt werden. Dafür nimmt Werraenergie rund 340.000 Euro für die Verlegung der Versorgungsleitungen sowie die Netzanschlüsse in die Hand. Zu den 15 aktiven Kunden, die bereits Gas über die Insellösung beziehen, kommen bis zum Jahresende noch 30 bis 40 neue Kunden ans Netz. Die Flüssiggaskunden werden zum Jahresende bereits auf Erdgas-Preise umgestellt und profitieren damit von einem niedrigeren Preisniveau.

Manuela Henkel: Ein wichtiger Meilenstein

Bürgermeisterin Manuela Henkel begrüßte die neue Möglichkeit der Energieversorgung für Geisa. „Der Anschluss an das Gasnetz ist ein wichtiger Meilenstein für die längerfristige Sicherung des Wirtschaftsstandorts Geisa“, ist sich die Bürgermeisterin sicher. Auch für die Bürger der Altstadt, die durch den Denkmalschutz in der Wahl der Versorger eingeschränkt seien, ergeben sich damit neue Möglichkeiten – Photovoltaik ist auf den Dächern nicht erlaubt und Wärmepumpen seien in den alten Häusern auch nicht wirklich einbaubar. Mit dem Ausbau des Gasnetzes gebe es nun für die Einwohner eine weitere Möglichkeit zur Wärmeversorgung.

Landtagsabgeordneter Martin Henkel, der als langjähriger Bürgermeister der Stadt die Verhandlungen mit der Werraenergie GmbH vorangetrieben hatte, freute sich, dass mit dem Spatenstich das Projekt in die nächste Phase geht. „Geisa hatte zu DDR-Zeiten keinen Gasanschluss, da es hier keine energieintensiven Produktionsbetriebe gab.“ Nach der Friedlichen Revolution wurden im Ort viele Ölheizungen eingebaut und irgendwie war das Zeitfenster für den Anschluss ans Gasnetz damit geschlossen. Mittlerweile habe Geisa einen gestiegenen Energiebedarf durch die Erweiterung der Gewerbegebiete. Außerdem würden durch die Bundesgesetzgebung zu fossilen Brennstoffen Ölheizungen eher verdrängt. (Annett Sachs)

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