Das Schlossensemble in Geisa, Sitz der Point Alpha Stiftung, wird der neuer Arbeitsplatz von Sebastian Leitschs.
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Das Schlossensemble in Geisa, Sitz der Point Alpha Stiftung, wird der neuer Arbeitsplatz von Sebastian Leitschs.

Ab 1. September

Sebastian Leitsch wird Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung – 2020 kein Point-Alpha-Preis?

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Die Point Alpha Stiftung hat mit dem Petersberger Sebastian Leitsch einen neuen Geschäftsführer gefunden. Der 35-Jährige tritt das Amt zum 1. September an.

Geisa/Rasdorf - Nach der guten Nachricht gibt es jedoch auch eine schlechte: Der Point-Alpha-Preis wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht verliehen – und das liegt nicht in erster Linie an der Corona-Pandemie.

Leitsch wird die Aufgabe des Geschäftsführers zunächst für ein Jahr übernehmen. Der Kreisausschuss hat den Petersberger, der zurzeit beim Landkreis Fulda angestellt ist, für diese Zeit beurlaubt.

Stellvertretender Geschäftsführer wird Dr. Roman Smolorz, der zuvor an der Uni Regensburg tätig war und nun seit 1. März Wissenschaftlicher Leiter der Point Alpha Stiftung ist.

Berthold Jost vervollständigt Vorstand

Den künftig dreiköpfigen Vorstand vervollständigt Berthold Jost, der die Stiftung wie bisher ehrenamtlich unterstützen wird. Dr. Eberhard Fennel hingegen wird sein ehrenamtliches Vorstandsamt im September abgeben.

Stiftung

Zur Point Alpha Stiftung gehören der Stiftungsrat, der Wissenschaftliche Beirat und der Beirat. Der Vorstand, dem die Geschäftsführung obliegt, ist zurzeit mit Eberhard Fennel und Berthold Jost ehrenamtlich besetzt.

Künftig besteht der Vorstand aus Geschäftsführer Sebastian Leitsch, Stellvertreter Roman Smolorz und Berthold Jost. Das Kuratorium Deutsche Einheit ist formal von der Stiftung unabhängig.

Auch ansonsten ist das Team, das aus wissenschaftlichen und pädagogischen Mitarbeitern und Volontären besteht, nun komplett. „Wir haben damit eine Idealbesetzung und Top-Voraussetzungen“, erklären Jost und Fennel gegenüber unserer Zeitung.

Bei einer anderen Personalie gibt es hingegen noch keine Veränderung: Ursprünglich war geplant, dass der Vorsitz des Stiftungsrats Anfang April von einem Mitglied der hessischen Landesregierung übernommen wird.

Kein Preisträger gefunden?

„Das Land hat angesichts der aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus um Verständnis dafür gebeten, dass der Übergang erst Mitte 2020 erfolgt“, berichtet der Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, der seit Ende 2016 Stiftungsratsvorsitzender ist.

Er habe sich bereit erklärt, bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin die Verantwortung als Vorsitzender zu übernehmen. Die weniger erfreuliche Nachricht betrifft den Point-Alpha-Preis. Noch gibt es zwar keine endgültige Entscheidung. Ob es in diesem Jahr einen Festakt gibt, ist aber zumindest zweifelhaft.

Der Grund: Es hat sich kein Preisträger gefunden. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Preises gibt es in diesem Punkt Probleme. An der Verleihung sind sowohl die Stiftung als auch das von ihr formal unabhängige Kuratorium Deutsche Einheit beteiligt:

Kuratorium uneinig? Stiftung springt ein

Während sich die Stiftung um die Organisation und Durchführung des Festakts kümmert, obliegt dem Kuratorium die Auswahl eines Preisträgers und die Bereitstellung des Preisgelds in Höhe von 25.000 Euro. Diese eindeutige Aufgabenteilung hat aber in der Vergangenheit schon mehrmals nicht funktioniert.

Mal fand das Kuratorium keinen Preisträger, mal konnte das Gremium das Preisgeld nicht auftreiben, sodass dafür der Förderverein einspringen musste. 2018 fiel die Verleihung sogar ganz aus. Damit sich das nicht noch einmal wiederholt, gab es vor anderthalb Jahren einen Grundsatzbeschluss des Stiftungsrats.

Dieser besagt, dass der Preis – der schließlich Aushängeschild der Stiftung ist – jedes Jahr verliehen werden soll, und zum anderen, dass die Stiftung einspringt, falls das Kuratorium sich nicht auf einen Preisträger einigen kann. Dies scheint nun notwendig zu werden.

Verschiebung auf den 3. Oktober?

Der Kuratoriumsvorsitzende, CDU Bundestagsabgeordneter Christian Hirte, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass eine Verleihung, die üblicherweise rund um den 17. Juni stattfindet, wegen der Pandemie nicht möglich ist. Er fügt hinzu: „Unser Preisträger hat sich bereit erklärt, auch im kommenden Jahr den Preis entgegenzunehmen.“

Davon wissen Stiftungsrat und Vorstand aber nichts, zumal dem Kuratorium mit Heiko Wingenfeld und Dr. Walter Arnold auch zwei Stiftungsräte angehören. „Bis zum Februar dieses Jahres war klar: Das Kuratorium kriegt keinen Preisträger zustande“, berichtet Eberhard Fennel.

Möglicherweise habe das Kuratoriumspräsidium schon jemanden im Blick gehabt, einen offiziellen Beschluss dafür habe das Gremium aber nicht gefasst. Damit hat die Stiftung laut Grundsatzbeschluss diese Aufgabe nun „geerbt“. Möglich wäre eine Verschiebung der Verleihung auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr, zum Beispiel auf den 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit.

Doch die Vorbereitung für einen solchen Festakt ist komplex und aufwendig. Mehrere Monate sind dafür in der Regel notwendig. „Damit ist das in diesem Jahr schon fast nicht mehr zu schaffen“, bedauert Berthold Jost. Eine Entscheidung soll zeitnah in den kommenden Wochen gefällt werden.

Zur Person: Sebastian Leitsch

Der neue Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung wurde 1985 in Fulda geboren und wohnt in Petersberg. Nachdem er sein Abitur am Marianum in Fulda abgelegt hat, studierte er an der Universität der Bundeswehr in München Staats- und Sozialwissenschaften.

Nach der Offiziersausbildung bei der Marine leitete er das Karriereberatungsbüro in Göttingen und war zuletzt als Jugendoffizier bei der Bundeswehr eingesetzt. Nach seiner Zeit bei der Bundeswehr begann er beim Landkreis Fulda das Duale Studium der Öffentlichen Verwaltung.

Leitsch engagiert sich beim Malteser Hilfsdienst und in der Kommunalpolitik: Für die CDU sitzt er in der Petersberger Gemeindevertretung. Der 35-Jährige ist verheiratet.

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