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Geldstrafe für Waffennarr – Schuss löste sich im Polizeiwagen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Gestern stand ein Angeklagter vor Gericht, der ein Gewehr in einem Behältnis von Sargenzell in eine von ihm angemietete Wohnung nach Fulda transportiert und explosionsgefährdende Stoffe besessen haben soll. Bei der Sicherstellung der Waffen durch die Polizei löste sich ein Schuss.

Von unserem Redaktionsmitglied Christoph Weß

Auf die Spur kamen die Kriminalbeamten dem 41-Jährigen, als dessen Vermieterin aus Fulda am 10. November 2016 telefonisch die Polizei darüber informierte, dass einer der Mieter mit Waffen hantiere, was ihr Angst gemacht habe.

„Als wir in die Wohnung kamen, stellten wir fest, dass der Angeklagte waffenscheinpflichtige Gewehre transportierte und besaß, nicht aber den dafür erforderlichen Waffenschein. Außerdem haben wir etwa 500 Gramm Schwarzpulver sichergestellt“, erinnert sich ein Polizist, der als Zeuge geladen war. „Dann hat er uns versichert, dass die von uns beschlagnahmten Waffen nicht geladen sind. Das stimmte aber nicht. Ich bin unwahrscheinlich böse auf ihn.“

Der Wegtransport der Waffen war nämlich höchst gefährlich: Aus einer der Waffen löste sich ein Schuss. Weil es sich bei den Gewehren teilweise um Modelle mit Baujahr von vor 1871 handelte, sei von außen nicht zu erkennen gewesen, ob diese geladen waren.

Verteidiger Steffen Heß widersprach: „Ein Verstoß gegen das Waffengesetz liegt bei meinem Mandanten nicht vor. Die Waffe, so wie es in der Anklageschrift formuliert wurde, ist nicht beim Umzug in die neue Wohnung meines Mandanten von Sargenzell nach Fulda transportiert worden.“ Vielmehr sei das Vorderlade-Gewehr, das mit Schwarzpulver geladen wird, nicht schussbereit und mit einer anderen Waffe verwechselt worden.

Weil die Sachlage abschließend nicht geklärt werden konnte, verzichtete Oberstaatsanwalt Stephan Müller-Odenwald auf eine Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes, wenn sich der Angeklagte mit dem Einbehalt der Waffen einverstanden erkläre. Amtsrichter Johannes Winter verurteilte den Angeklagten wegen des unerlaubten Besitzes von Schwarzpulver zu einer Strafe von 40 Tagessätzen à zehn Euro.

Der als Zeuge geladene Polizist betrat mit drei Kollegen zehn Minuten vor der Urteilsverkündung erneut den Sitzungssaal, jetzt mit einem Haftbefehl. Aufgrund eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz gebe es eine Geldforderung in Höhe von 400 Euro. Bei Nichtzahlung in bar müsse er mit in die Justizvollzugsanstalt Hünfeld genommen werden.

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