Volkstümlich auch „Garten des Grauens“ genannt: ein Schottergarten.
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Volkstümlich auch „Garten des Grauens“ genannt: ein Schottergarten.

Antrag der Grünen

Eiterfelder Gemeindevertreter stimmen über Schottergärten-Verbot ab - deutliches Ergebnis

Zu einem Verbot von Schottergärten bei Neuanlagen, wie von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gefordert, konnte sich das Gros der Eiterfelder Gemeindevertreter nicht durchringen – der Antrag wurde bei der jüngsten Sitzung abgelehnt.

Eiterfeld - „Ein Verbot ist nicht angemessen. Das Problem trifft auf Eiterfeld und seine Dörfer nicht zu“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Gert Oehrling. Auch der FWG-Fraktionsvorsitzende Theodor Kohlmann war dieser Meinung, und so zeichnete sich schnell ab, dass der Antrag keine Mehrheit finden würde. Zwei Vertreter votierten dafür, neun enthielten sich, fünfzehn lehnten ihn ab.

Doch ist damit schon der Anlage von Schottergärten in der Marktgemeinde Tür und Tor geöffnet? Pascal Möller von der FWG-Fraktion betonte, der Antrag sei obsolet und verwies auf die Hessische Bauordnung, die Schottergärten untersage – so wie es seit einiger Zeit auch das Land Baden-Württemberg tut. In der Tat heißt es im Paragrafen 8 der Hessischen Bauordnung (HBO), „dass die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke erstens wasserdurchlässig zu belassen oder herzustellen und zweitens zu begrünen oder zu bepflanzen sind.“

Gemeindevertretung Eiterfeld: Grüne fordern Schottergärten-Verbot - Antrag abgelehnt

Lesen Sie hier: Osthessen: Schottergärten in der Kritik - Kommunen diskutieren Verbot.

Für Thomas Budde, den Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, liegt die Notwendigkeit eines Verbotes dieser steinernen Wüsteneien auf der Hand – und in der Sache fand er bei seinen Gemeindevertreterkollegen durchaus Gegenliebe. Freilich wollte sich Budde nicht so sehr auf den Aspekt der „Geschmackssache“ einlassen, sondern verwies auf die ökologischen Probleme: „Die Schotter- und Steinflächen nutzen der Fauna und Flora wenig, die Artenvielfalt ist in diesen Lebensräumen sehr begrenzt“, heißt es in der Antragsbegründung. Durch Wärmeabstrahlung heizten diese Flächen, die versiegelten Flächen gleichzusetzen seien, das Umweltklima unweigerlich auf. Dazu könne in den Steinflächen kein Kohlendioxid gebunden werden. „Die Reduzierung dieses Treibhausgases ist für unser Klima unbedingt notwendig“, betonte Budde.

Am Ende allerdings folgten die Gemeindevertreter dieser Argumentation nicht und lehnten den Antrag bei 2 Ja-Stimmen, 9 Enthaltungen und 15 Nein-Stimmen ab. (hw)

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