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Gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle feiert zehnjähriges Bestehen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld/Fulda - Eine Adoption ist für manches kinderlose Paar die letzte Lösung, für manches Kind aus schwierigen Verhältnissen aber die Rettung. Dem komplexen Thema und dem damit meist verbundenen langwierigen Prozess widmet sich seit 2007 die Adoptionsvermittlungsstelle.

Sie wird von den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda betrieben. Am Donnerstag, 26. Oktober, feierte sie ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Fachtag im Bonifatiuskloster in Hünfeld. Das teilte der Landkreis in einer Pressemitteilung mit, die Sie nachfolgend im Wortlaut lesen:

Hierzulande ist Adoption zwar ein gesellschaftliches Randthema, aber für betroffene Adoptivkinder, Adoptiveltern oder Eltern, die ein Kind abgeben, bleibt sie ein Lebensthema. Mit einer Adoption sind viele Fragen verbunden. Umso wichtiger sind kompetente Fachberatung und menschliche Unterstützung für alle Beteiligten des Prozesses.

In Fulda leistet die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle der Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg sowie der Stadt Fulda seit zehn Jahren mit großem persönlichem Engagement ihrer Mitarbeiterinnen diese Arbeit.

In ihren Grußworten sprachen Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld sowie die Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt (Fulda) und Elke Künholz (Hersfeld-Rotenburg), der Vermittlungsstelle ihren Dank für die hervorragende Arbeit der vergangenen zehn Jahren aus. Es sei damals keine Selbstverständlichkeit für die Akteure gewesen, das Thema Adoption gemeinsam anzugehen und eine interkommunale Einrichtung aufzubauen. Der steinige Weg habe sich aber gelohnt, so Wingenfeld.

Schmitt hob besonders die Sensibilität des Themas hervor, der die beiden Mitarbeiterinnen Ines George und Irmgard Plappert mit großer Menschlichkeit begegnen würden. Und auch Elke Künholz hielt sich mit Lob an die Vermittlerinnen nicht zurück: „Es ist Ihnen eine Herzensangelegenheit, und das merkt man!“.

George und Plappert waren sichtlich gerührt über so viel Zuspruch und bedankten sich bei den Vertretern der drei Gebietskörperschaften ihrerseits für die großartige Unterstützung. „Ein besonderes Anliegen ist uns“, so Ines George „dass wir auch den Frauen, die sich oft unter schwierigsten Umständen dazu durchringen, ihr Kind wegzugeben, eine Stimme geben.“

Nach der ersten Adoption im Jahr 2009 hat die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle seit ihrem Bestehen 51 Kinder in neue Familien vermittelt und 95 Adoptierte bei der Suche nach ihren Herkunftsfamilien begleitet. Zwischen 2007 und 2016 wurden insgesamt 652 Adoptionsverfahren bearbeitet. Dabei ging es in 243 Fällen um Kinder in Stieffamilien, von denen rund zehn Prozent in eingetragenen Lebenspartnerschaften leben. Angesichts dessen macht die vergleichsweise geringe Zahl der vermittelten Kinder deutlich, welch komplexe Angelegenheit eine Adoption ist.

Beim von Dorit Heydenreich moderierten Runden Tisch hatten zwölf Vertreter unterschiedlichster Einrichtungen von Familiengericht über Schwangerenberatungsstelle bis hin zu Jugendamt Gelegenheit, ihre Rolle im verzweigten Adoptionsprozess darzulegen. Ein Vortrag über die aktuelle Adoptionspraxis in Deutschland sowie ein Ergebnis- und Erfahrungsbericht der beiden Mitarbeiterinnen rundeten den Fachtag ab.

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