Der Aha-Schnaps hat in Hünfeld eine lange Tradition.
+
Der Aha-Schnaps hat in Hünfeld eine lange Tradition.

„Die Hünfelder lieben ihren Aha“

Damals wurde der Schnaps für seine heilende Wirkung gepriesen

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
    schließen

Gut essen und gut trinken – das gehört selbstverständlich zu den Ferien dazu. Regionales wird stärker nachgefragt, und dazu kann auch das Hünfelder Land seinen Beitrag leisten.

Hünfeld - Allerdings ist diese Art der sommerlichen Entdeckungstour ausnahmslos für Erwachsene gedacht. Denn heute geht es um Hochprozentiges.

Wie es aber bei unseren Vorfahren Usus war: Keine Spirituose, die nicht zur Linderung von Beschwerden gepriesen wurde. Und so ist es auch dem Aha Excelsior ergangen, der auch heilende Wirkung für sich reklamieren konnte – weshalb das Kräuter-Elixier seinerzeit auch nicht in Apotheken und Drogerien fehlen durfte.

Traditionelles Hünfelder Getränk

Der Excelsior kann auf eine 400-jährige Geschichte zurückblicken, beginnend mit den Franziskanermönchen am Fuldaer Frauenberg, die die Originalrezeptur entwickelten. 1843 erwarb Franz Carl Aha das gut gehütete Geheimnis von den Ordensleuten. In der früheren Hellersmühle am Niedertor entstand die Likörfabrik Aha – der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte war gelegt.

Der Excelsior entwickelte sich zu einer bekannten Marke, doch mit dem Beginn der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts mussten die Ahas mangels Nachfolger ihr Familienunternehmen aufgeben; die Lizenzrechte für den Excelsior gingen an die Schlitzer Kornbrennerei.

Als jedoch diese als Landesbetrieb privatisiert werden sollte, drohte Ungemach. Um die Existenz der Marke zu sichern, stieg die Stadt Hünfeld ein. Es wurde eine Likör-Gesellschaft mbH gegründet, die Markenrechte des Kult-Likörs blieben unter dem Einfluss der Konrad-Zuse-Stadt.

„Dicker Mann" auf Etikett hat ausgedient

Die GmbH ist nun wieder in der Hand der Familie Aha. Das optische Erscheinungsbild des Produkts, das weiterhin in Schlitz hergestellt und abgefüllt wird, wurde verändert – der „dicke Mann“ und das blaue Etikett haben ausgedient. Denn das Auge trinkt mit – die Optik entscheidet zu einem gewissen Maße über den Erfolg eines Produkts. Neben der Qualität des Inhalts natürlich.

Das weiß Tobias Wiedelbach, der Geschäftsführer der Schlitzer Destillerie: „Der Spirituosenmarkt ist gesättigt, Wachstum gibt es nur noch durch Verdrängung.“ Und weil man der Konkurrenz nicht zu viele geschäftliche Informationen preisgeben will, werden auch keine Zahlen darüber veröffentlicht, wie viele Flaschen Excelsior jährlich den Hof in der Burgenstadt verlassen.

Doch mag auch die Präsentation dem Zeitgeschmack angepasst worden sein: Die Rezeptur, so versprechen die Verantwortlichen, bleibt unverändert. Und sie ist natürlich in ihrer exakten Zusammensetzung geheim.

Das könnte Sie auch interessieren