Im Gewerbegebiet zwischen Großenmoor (im Bild) und Hechelmannskirchen hat die Langenschwarzer Firma Jesamed ein Grundstück für eine neue Halle gekauft. / Foto: Hartmut Zimmermann

Gewerbe-Zuwachs in der Marktgemeinde: Burghaun verkauft Grundstücke

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Das Interesse an Gewerbestandorten in der Marktgemeinde Burghaun hält an. In der jüngsten Sitzung beschlossen die Gemeindevertreter den Verkauf zweier Grundstücke für neue Ansiedlungen im Gewerbegebiet Gruben sowie im Kiebitzgrund bei Großenmoor.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Eine neue Gewerbefläche wird im Kiebitzgrund zwischen den Ortschaften Hechelmannskirchen und Großenmoor entstehen. Dort, im Gewerbegebiet Gänsacker (an der Landesstraße 3378 in Richtung Schlotzau) kauft die in Langenschwarz ansässige Firma Jesamed eine 2700 Quadratmeter große Fläche. Die Fläche soll durch einen Abzweig von der L 3378 erschlossen werden.

Das 2013 gegründete Unternehmen mit Sitz in Langenschwarz, das Arztpraxen, Medizinische Versorgungsdienste und Pflegedienste mit Medizinprodukten versorgt, will dort im kommenden Jahr eine 600 Quadratmeter große Halle errichten. Dafür wird es, wie es den Sitzungsunterlagen zu entnehmen ist, rund 500 000 Euro investieren. „Wir beschäftigen derzeit mit dem Außendienst sechs Leute und wollen den wachsen und die Mitarbeiterzahl verdoppeln“, berichtet Jennifer Budweg-Hornung, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann führt. Um rasch und pünktlich liefern zu können, sei eine gewisse Lagerkapaztät wichtig. Daher sei er verkehrsgünstig gelegene Standort bestens geeignet.

Im Gewerbegebiet Grubener Weg wird sich ein weiterer Ingenieurdienstleister ansiedeln. Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos) hatte die Entscheidung über den Verkauf noch kurzfristig auf die Tagesordnung setzen lassen.

Für neuen Radweg

Zwischen Hechelmannskirchen und Großenmoor soll im Zuge des anstehenden Straßenausbaus ein Fuß- und Radweg errichtet werden. Dieser Antrag der CDU wurde einstimmig beschlossen. Er soll dann über Großenmoor hinaus bis an die Grenze zum Vogelsbergkreis geführt werden, wo eine Radwegverbindung nach Unterschwarz abzweigt. Das sei eine gute Gelegenheit, Großenmoor mit seinem Kindergarten besser anzubinden und dann auch mal das Auto stehen zu lassen, sagte Dieter Hornung (CDU). Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Schott begrüßte das Vorhaben und erinnerte daran, dass die SPD dieses Projekt – damals erfolglos – schon 1985 gewollt habe.

Straßenausbaubeiträge

Nachdem die Gemeindevertreter vor der Sitzung von Demonstranten begrüßt worden waren, die lautstark eine Abschaffung der Straßenausbaubeiträge forderten, erwarteten die zahlreichen Zuhörer der Sitzung diesen Punkt mit einer gewissen Spannung. Am Ende waren sich alle Gemeindevertreterer sich einig: Auf Grundlage der bestehenden Satzung wird es in der Marktgemeinde keine Veranlagung mehr geben – sie gilt vom 1. Januar 2020 an nicht mehr. Sowohl die SPD als auch die CDU-Fraktion hatten Anträge zu der Thematik eingebracht.

Sowohl SPD-Frontmann Schott als auch sein Kollege Christian Heß von der CDU begründeten den Schritt. Sie verwiesen darauf, dass die Heranziehung der Anlieger nicht mehr zeitgemäß und auch wegen der massiv gestiegenen Baukosten zunehmend ungerecht sei. Zudem müsse man, um als Kommune wettbewerbsfähig zu sein, auch auf die Entwicklung in den Nachbarorten schauen.

Der einstimmig beschossene Antrag sieht ein Ende des bisherigen Verfahrens für den 1. Januar 2020 vor, zudem wird der Gemeindevorstand aufgefordert, ein Modell zu entwickeln, wie die Kosten künftig getragen werden können. Heß betonte, es gehöre auch zur Wahrheit deutlich zu machen, dass die Entscheidung für die Entlastung der Anlieger zu höheren Steuern für die Allgemeinheit führen könne.

Feldweg-Klage

Burghauns Gemeindevorstand wird aufgefordert, beim Staatsanwalt eine Klage wegen Sachbeschädigung gegen die Personen anzustrengen, die bei Rothenkirchen rund 2000 Quadratmeter Feldweg- und Grabenfläche umgepflügt und landwirtschaftlich genutzt haben. Die Fraktionen von FDP, CDU und SPD hatten den bei zwei Enthaltungen ohne Gegenstimme beschlossenen Antrag gemeinsam eingebracht. Außerdem müssen die Wege wiederhergestellt werden. Zudem soll geklärt werden, wie viele ähnlich gelagerte Vorfälle es in der Marktgemeinde gibt.

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