Das Portal wird von mächtigen Sandsteinquadern umrahmt.
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Das Portal wird von mächtigen Sandsteinquadern umrahmt.

Baugeschichte der Burg erforschen

Sanierungsarbeiten auf Haselsteiner Schlossberg: Bautrupp macht interessante Entdeckung

Sanierungsarbeiten des Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins Haselstein auf dem Schlossberg haben einen interessanten Fund zu Tage gefördert: ein Portal des an das ehemalige Burgtor direkt anschließenden Baus. 

Haselstein - Es ist genau einen Meter breit (3 ½ Fuldaer Schuh) und von mächtigen, glatt behauenen Sandsteinquadern eingefasst. Ob es sich bloß um den Zugang zu einem profanen Vorratskeller handelt oder – wie nach dem Fund gleich gemutmaßt wurde – um das Kirchenportal der Burgkapelle, müssen weitere Erkundungen ans Licht bringen.

Bereits im Frühjahr beendet wurden die vom Eigentümer HessenForst finanzierten und von einer Fachfirma durchgeführten Sicherungsarbeiten an den stark verwitterten Mauerstücken auf der Nordseite. Bei den Vorbereitungsarbeiten hatte der Bautrupp mit Berthold Vogt, Jürgen Herbert, Peter Höfer, Lothar Klewitz, Matthias Brehler, Alexander Köhler und Andreas Knüttel den bisher wertvollsten Bodenfund gemacht: einen schön gearbeiteten Kaminpfosten aus dem 15./16. Jahrhundert.

Haselsteiner Schlossberg: Interessante Entdeckung bei Sanierungsarbeiten

Über die bloße Rettung der Burgruine vor weiterem Verfall hinaus hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, die Baugeschichte der Burg zu erforschen und – falls vorhanden – weitere, bisher unbekannte Überreste zu Tage zu fördern. Auch soll der Haselstein als Ausflugsziel attraktiver gemacht werden: Ersatz der maroden Schutzhütte, Erneuerung des Rastplatzes und Informationen zur Geschichte der Burg. Das hierfür notwendige Planungskonzept wird zum Großteil von Landkreis und Gemeinde finanziert. Mit dem Planungskonzept ist das Büro für Burgenforschung, Dr. Joachim Zeune, beauftragt. Dieses hat schon die Osterburg bei Bischofsheim betreut und arbeitet auch für den Steinauer Burgverein. (Lesen Sie hier: Blaue Limonade statt Simsalabim: Zauberer Tobias Struwe hat einen Candyshop in Hünfeld eröffnet).

Quasi als Nebenprodukt der Sanierungsarbeiten im Herbst letzten und Frühjahr dieses Jahres sind Sockel und Schwellensteine vom Burgtor sowie Teile eines unter Erdreich verborgenen Mauerzuges aufgetaucht. Zur Unterstützung der Untersuchungen des Burgenbüros, die Anfang November erfolgt sind, hat der Bautrupp in diesem Bereich Probegrabungen vorgenommen, ob sich diese Mauerzüge noch weiter verfolgen lassen – und ist fündig geworden.

Andreas Knüttel: Auf dem Haselsteiner Hausberg wird es noch viel zu tun geben

Der Bautrupp konnte zahlreiche Mauerstücke des östlichen Burgteils identifizieren und teilweise auch freilegen. Diese waren bisher unter dichtem Buschwerk gut verborgen, aber gleichwohl nur von dünnen Erdschichten überdeckt (nirgendwo mehr als ein halber Meter, zumeist deutlich weniger). Es handelt sich um zwei über Eck stehende ehemalige Baulichkeiten, die schräg zu den übrigen Bauten der Burg angelegt waren. Vor gut 40 Jahren hat der langjährige Fuldaer Kulturamtsleiter Dr. Heinrich Hahn bei einer ersten, jedoch nur oberflächlichen Erkundung die jetzt entdeckten Bauteile bereits richtig vermutet. Absolutes ‚Highlight‘ ist jetzt das Portal. Die Schmalseite des Baues mit der Türöffnung ist etwa sieben Meter breit, die Länge beträgt etwa 15 Meter. Das über Eck anschließende Gebäude war, soweit heute noch erkennbar, um einiges kürzer.

Das weitere Vorgehen wird mit der Denkmalpflege, Archäologie, der Forstverwaltung, weiteren beteiligten Stellen und im Rahmen des Planungskonzepts abgestimmt. Eine erste Begehung hat wenige Tage nach den Funden bereits stattgefunden. „In jedem Fall wird es 2021 und auch in den Folgejahren auf dem Haselsteiner Hausberg noch viel zu tun geben“, glaubt Vorstandsmitglied Andreas Knüttel. (hw)

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