Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Haunehalle-Anlieger klagen über Lärm – bald um 22 Uhr Schluss?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Burghaun - Für die Burghauner Haunehalle drohen massive Nutzungseinschränkungen: Die Lärmbelastung für die Anwohner überschreitet die zulässigen Grenzwerte. Das Regierungspräsidium Kassel bringt daher eine deutliche Einschränkung der Nutzungszeiten ins Spiel: Danach sollen künftig die Veranstaltungen um 22 Uhr beendet sein. Die Gemeinde Burghaun versucht zu vermitteln und führt Gespräche.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Hochzeit in der Haunehalle – das kommt häufiger vor. Denn die 2009 eröffnete Veranstaltungshalle erfreut sich auch überregional großer Beliebtheit – zum Beispiel als Hochzeits-Location. „Wir hatte häufig Nutzer bis nach Nürnberg oder München runter, die mit Burghaun eigentlich gar nichts zu tun hatten, aber die Halle zum Feiern buchen“, berichtet Burghauns Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos). Was ihn wegen der Einnahmen freuen könnte, hat sich längst zum Problem entwickelt: Anwohner haben gegen den Fest-Lärm geklagt. Und Messungen haben ihnen Recht gegeben: Die Geräuschbelastung überschreitet die vorgegebenen Werte – Abhilfe muss her.

Messungen geben Anliegern Recht

Die Daten, die das Regierungspräsidium (RP) Kassel vorgelegt hat, zeigen, dass die Grenzwerte, die für „Kern-, Dorf- und Mischgebiete“ eine Belastung von 60 Dezibel (A) tagsüber und 45 db (A) nachts zulassen, immer wieder überschritten werden. Die Konsequenz könnte laut RP sein, dass Abendveranstaltungen in der Haunehalle vom kommenden Frühjahr an um 22 Uhr enden müssten. „Gute Nacht, Freunde“ um 22 Uhr?

Das ist weder für eine Hochzeitsfeier noch für ein rauschendes Vereinsfest oder eine Fastnachtsveranstaltung wirklich vorstellbar. Im Burghauner Rathaus ist man daher derzeit um Gespräche bemüht. Bürgermeister Sauerbier unterstreicht, dass er die Situation der Anwohner verstehen kann. „Wenn man als Gast oder gar als Brautpaar eine Hochzeit feiert, dann ist das der wichtigste Tag überhaupt, dann ist das Ausnahmezustand. Aber wenn man als Anlieger fast an jedem Wochenende den Ausnahmezustand aushalten muss, dann ist das sehr belastend.“

Bürgermeister Sauerbier hat Verständnis

Die Anwohner, die hier geklagt hätten, seien nach seinem Eindruck nicht darauf aus, das örtliche Vereinsleben zu behindern: „Es geht im Kern nicht um den Tumaba“, verweist Sauerbier auf das große Fastnachts-Event. Aber sie seien eben diejenigen, die aufgrund der Lage der Halle direkt am Rand des Orts immer wieder die Fest-Last zu tragen hätten. Er hoffe, dass es Möglichkeiten für Vereinbarungen mit den Anwohnern gebe. Seitens der lärmbelasteten Anlieger war niemand bereit, gegenüber der Redaktion die Situation zu schildern.

Sauerbier bedauert, dass seine Initiative, Ortsfremde bei der Nutzung der Burghauner Gemeinschaftshäuser deutlich höher zu belasten, erst ab Oktober 2019 in Kraft trat: „Die höheren Gebühren wirken dämpfend auf jene Anfragen von außen, die uns jetzt Probleme machen“, sagt er. Aber er betont auch: „Wir haben mit der Haunehalle ein grundsätzliches Problem: Solche Gebäude, die gern als Festsaal genutzt werden, kann man wohl nur noch in einem Industriegebiet platzieren.“

Burghaun ist nicht alleine mit Problem

Seitens des RP gab es aktuell keine detaillierteren Informationen zu dem Vorgang: Der Mitarbeiter, der mit den Messungen befasst gewesen war sei erkrankt, teilte Sprecher Michael Conrad mit. Allerdings sei er sich ziemlich sicher, dass Burghaun nicht die einzige Kommune in Nord- und Osthessen sei, die mit der Lärmbelastung im Umfeld von Veranstaltungsräumen Probleme habe.

Der große Saal der Haunehalle ist rund 440 Quadratmeter groß und bietet (mit Stühlen und Tischen) Platz für rund 400 Menschen.

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