Haunetals Bürgermeister Gerd Lang stand im Interview Rede und Antwort.
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Seit dem zwölften Lebensjahr ist Haunetals Bürgermeister Gerd Lang in Stärklos zu Hause.

Zufrieden mit Gemeindefinanzen

Haunetals Bürgermeister Gerd Lang im Interview: „Das Gewerbegebiet wird sich noch füllen“

Seit dem zwölften Lebensjahr ist Gerd Lang in Stärklos zu Hause. Für die Landschaft in Haunetal kann sich der Bürgermeister aber immer noch begeistern. 

Wie ist die Marktgemeinde Haunetal bisher durch die Krise gekommen?
Wir sind meiner Einschätzung nach bisher gut zurechtgekommen. Was mir besonders wichtig ist, ist dass die meisten Bürger geduldig und diszipliniert mit der Situation umgegangen sind. Im Interesse der Allgemeinheit müssen individuelle Bedürfnisse nun auch mal zurückstehen, aber das funktioniert. Gemeinsam mit der Kirche hatten wir anfangs beabsichtigt, alle, die nicht mobil sind, zu unterstützen. Das war aber gar nicht nötig, da sich schnell Hilfsangebote über Familie, Nachbarn und Ehrenamtliche etabliert haben. Das ist sicher ein Vorteil des Lebens auf dem Land, wo die Solidarität – wie in Haunetal – stark ausgeprägt ist. Bei manchem hat sich in den vergangenen Wochen auch der Blick für die schöne Landschaft geschärft, die Verwaltung hat dadurch vermehrt Hinweise auf reparaturbedürftige Schilder oder andere Auffälligkeiten bekommen.
Haushaltssperre ja oder nein, darüber gab es zuletzt Dissens zwischen Ihnen und der Gemeindevertretung. Wie ist es aktuell um die Gemeindefinanzen bestellt?
Mit den Gemeindefinanzen sind wir im Moment recht zufrieden. Es wurden bisher nur sehr wenige Stundungsanträge von Gewerbetreibenden gestellt, aber niedriger ausfallen wird auch die Einkommenssteuer. Schwieriger wird es voraussichtlich 2021 und vielleicht noch 2022, je nachdem, wie sich die Konjunktur wieder erholt. Eine Haushaltssperre halten der Gemeindevorstand und ich zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht und wenig sinnvoll, weil man die Zahlen noch gar nicht hat. 
Müssen trotzdem Projekte auf Eis gelegt werden?
Bis jetzt nicht. Ich stimme in diesem Zusammenhang mit dem Ministerium und den kommunalen Spitzenverbänden überein: Wenn die Kommunen als großer Auftraggeber vieler Firmen in der Region jetzt nicht antizyklisch arbeiten und wir nun die Arbeiten und Bauprojekte stoppen würden, wäre das fatal und das falsche Signal.
Alle warten auf eine Ansiedlung im Gewerbegebiet in Neukirchen, vielen geht es nicht schnell genug. Wo hakt es?
Ich habe es schon mehrfach erläutert. Das Problem war: So wie das Gewerbegebiet ursprünglich konzipiert war, konnte sich dort niemand ansiedeln. So waren etwa Flachdächer nicht erlaubt. Um das zu ändern und die komplette Behördenhierarchie bis zur Regionalkonferenz zu durchlaufen, hat es ohne Verzögerung rund zwei Jahre gedauert. Jetzt liegt der Vertrag mit Edeka beim Notar und zwei weitere Verträge sind in Aussicht. Das Gewerbegebiet wird sich in nächster Zeit noch füllen.
Die Stimmung zwischen Ihnen und der Gemeindevertretung ist seit geraumer Zeit frostig. Kann das so weitergehen?
Wir haben viele Sachthemen, die vor uns liegen, angefangen bei der Feuerwehr. In der nächsten Sitzung soll außerdem über das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) beraten werden. Ich bin mir sicher, dass wir da Konsens erzielen und zu guten Ergebnissen kommen werden. 

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