Nadine Heinz (links) und Martina Allmeroth-Akien wollen Nistkästen für Meisen aufstellen. Die Vögel gelten als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners.
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Nadine Heinz (links) und Martina Allmeroth-Akien wollen Nistkästen für Meisen aufstellen. Die Vögel gelten als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners.

Nistkasten-Aktion in Haunetal

Meisen im Einsatz: Natürliche Bekämpfung von gefährlichen Raupen

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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In einem Eichenbestand bei Schletzenrod hat sich der Eichenprozessionsspinner eingenistet. Anstatt das Tier und seine Allergie auslösenden Raupen mit Chemie zu bekämpfen, soll eine Nistkasten-Aktion Abhilfe schaffen.

Haunetal - Die Aktion hat ihre Anfänge in einem Gedankenaustausch, zu dem sich im August 2020 der Schletzenröder Ortsvorsteher Michael Hofmann und Nadine Heinz sowie Martina Allmeroth-Akien, Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus, wegen des Befalls getroffen hatten. Nadine Heinz hatte recherchiert, welche Vögel als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners bekannt sind. Dazu gehören Meisen und Rotkehlchen.

Die professionelle chemische Bekämpfung der Tiere koste pro Baum rund 200 Euro, schreibt das Mehrgenerationenhaus. „Uns war der Gedanke einer natürlichen Lösung viel lieber. Also planten wir ein Projekt mit dem Bau von 60 Meisennistkästen, die in die betroffenen 25 bis 30 Eichen in Schletzenrod gehängt werden sollten, um die Situation in den Bäumen zu verbessern.“ Denn die Gefahr durch die massive Allergien auslösenden Nesselhaare der Prozessionsspinner-Raupen sei groß.

Eichenprozessionsspinner: Nesselhaare der Raupen lösen heftige Allergien aus

Schnell war Rainer Reul von der Villa Phantasia mit im Boot, dazu die Haunetal-Schule und der Ortsbeirat Schletzenrod. Reul fertige Nistkasten-Bausätze, die über das Mehrgenerationenhaus an „Bauwillige“ verteilt wurden. 200 Euro steuerte Schletzenrods Ortsbeirat bei, den Rest der Aktion finanziert das MGH.

Das Interesse sei riesig gewesen, sagt Allmeroth-Akien, auch wenn Corona leider eine gemeinsame Bastelaktion vereitelt habe. Inzwischen wurden mit Hilfe des Ortsbeirats die Kästen aufgehängt – gerade rechtzeitig kurz vor dem Beginn der Brutsaison. Parallel hat das MGH einen Flyer hergestellt, der auf die mit dem Eichenprozessionsspinner verbundenen Gefahren hinweist.

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