Foto: Charlie Rolff

Heimniederlage für Hünfelds Handballer: Hölzinger beklagt Egoismus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Holger Hölzinger war bedient. Noch lange nach Spielschluss saß der Trainer der Hünfelder Landesliga-Handballer auf der Ersatzbank und war sauer, dass es seine Truppe wieder nicht geschafft hatte, einen Vorsprung ins Ziel zu bringen. 26:31 (13:12) hieß es am Ende gegen den VfL Wanfried.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schafranek

Mit vier Toren führten die stark abstiegsbedrohten Haunestädter in der 36. Spielminute (17:13), bevor plötzlich der Faden riss und die abgezockten Wanfrieder sechs Tore in Folge warfen und auf 19:17 stellten. Allein Miroljub Petkovic traf fünf Mal, machte mit der HSV-Abwehr, was er wollte.

„Wir haben zu viele Egoisten“

Das brachte Hölzinger auf die Palme. „Wir haben taktisch undiszipliniert gespielt, zu viele einfache Fehler gemacht. Etliche Spieler haben sich nicht an meinen Plan gehalten. Wir haben zu viele Egoisten, die zudem auch nicht selbstkritisch sind. In der Truppe steckt mehr. Aber mit Egoismus kommt man eben nicht zum Erfolg“, machte Hölzinger seinem Ärger Luft und legte nach: „Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich eine andere Sprache spreche. Fakt ist jedenfalls, dass unsere Leistungsträger disziplinierter zu Werke gehen müssen.“

Dabei sah es lange Zeit gar nicht schlecht aus. In Hälfte eins lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe mit immer wieder wechselnder Führung. Die HSV-Abwehr funktionierte gut, Keeper Samuel Masché hielt klasse. Auch bis zur ominösen 36. Minute lief noch alles nach Plan, die bis dahin zufriedenen Fans konnten auf wichtige zwei Punkte im Abstiegskampf hoffen. Dann aber folgte die Wanfrieder Petkovic-Gala, Hünfelds Defensive war nur noch ein Torso, und im Angriff schlossen Felix Kircher und Co. zu oft viel zu überhastet ab. „Das zieht sich durch die gesamte Saison“, meinte Hölzinger niedergeschlagen. „Wir laden dann irgendwann den Gegner geradezu zu Gegenstößen ein. Und eine abgezockte Truppe wie Wanfried nutzt das dann eben gnadenlos aus.“

Als Tabellenvorletzter ins Fastnachts-Wochenende

Ob er denn schon mal daran gedacht habe, die Brocken hinzuschmeißen? „Nein“, gibt sich Hölzinger kämpferisch. „Das widerspricht meinem Ehrenkodex. Wir wussten vor der Saison, dass die Personaldecke dünn ist, dass wir viele unerfahrene Spieler haben. Wir müssen das jetzt gemeinsam durchziehen“, fordert der HSV-Coach.

Als Tabellenvorletzter geht der HSV mit zehn Punkten in das spielfreie Fastnachts-Wochenende. Bis zum rettenden Ufer sind es beim jetzigen Stand lediglich zwei Zähler. Am 1. März wartet das Kellerduell in Zierenberg – beim punktlosen Schlusslicht ist ein Sieg absolute Pflicht.

Hünfelder SV: Masché, Krätzig, Simon; Sitzmann, Sauer (1/1), Matthiessen (2), Bachus (6), Walter, Gute (3), Kaub, Herrling (3), Sauerbier, Kircher (11), Möller.

VfL Wanfried: Harseim, Degenhardt; Küstner (5/2), Wunderlich (1), Ebel (2), Setlik (3), Bley (4), Petkovic (7), Achert (2), Nemenco (7), Wehr.

Schiedsrichter: Heß/Mayfahrt (Dietershausen). Zuschauer: 250. Zeitstrafen: 5/3. Beste Spieler: Masché, Kircher / Petkovic, Nemenco.

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