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Mit helfenden Händen zum Traumberuf: Felix Marzinzik ist einer von zwei Schülerstipendiaten im Landkreis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Gute Noten hat er schon, für seine weitere Karriere fehlt Felix Marzinzik (11) nur noch eins: ein Mentor, der ihn bis zum Abitur begleitet. Der Hünfelder Wigbertschüler ist einer von zwei Stipendiaten des deutschen Schülerstipendiums im Landkreis.

Von unserem Redaktionsmitglied Linda Hopius

Felix ist im Grunde ein ganz normaler Sechstklässler. Er macht gerne Sport, surft im Internet oder unternimmt etwas mit Freunden, außerdem schaut er gerne die Rennen der Formel 1. Eines seiner Vorbilder ist Sebastian Vettel.

Und Felix ist genauso ehrgeizig wie sein Vorbild, das war er schon in der Grundschule. „Wenn ich groß bin, möchte ich gerne studieren, damit ich einen tollen Beruf haben kann“, so steht es in einem Text über seine Zukunftswünsche, den er in der dritten Klasse geschrieben hat. Der Text war Teil seiner Bewerbung für ein Schülerstipendium der Roland Berger Stiftung, von der er seitdem gefördert wird – der Gymnasiast der Wigbertschule ist einer von zwei Schülern im Landkreis und von knapp 50 Stipendiaten in Hessen, die dem Programm angehören.

Von Nachhilfe bis Benimmkurs

Das Schülerstipendium wird seit 2010 in Hessen angeboten und soll eine gezielte Unterstützung sein für begabte Schülerinnen und Schüler, die aufgrund von „schwierigen Startbedingungen“ nicht die Möglichkeit haben, eine ihren Talenten entsprechende Schulbildung und ein erfolgreiches Studium zu durchlaufen. Jeder Stipendiat wird individuell gefördert. Felix bekommt zum Beispiel einen Zuschuss für eine Mathenachhilfe. Seine Noten sind nicht schlecht, aber eben nicht so gut wie in seinen Lieblingsfächern Biologie und Englisch. Außerdem hat er an Stipendienfreizeiten und Seminaren teilgenommen. „Die Sportcamps gefallen mir am besten“, erzählt Felix. Aber auch Benimm- und Zeitmanagement-Seminare gehören zum Programm, diese sind jeweils nach Altersstufen gestaffelt und angepasst.

Denn auch Felix ist ein Kind mit „schwierigen Startbedingungen“, wie es die Stiftung nennt. Sein Vater starb, als er zwei Jahre alt war, seine Mutter Sonja Marzinzik ist alleinerziehend. Zwei Jahre später erkrankte sie schwer und kann sich seitdem nur mit Unterstützung um Felix kümmern. „Es wäre eine große Entlastung, wenn es noch jemanden gäbe, der Felix zum Beispiel bei den Hausaufgaben hilft oder Ausflüge mit ihm macht“, erklärt seine Mutter.

Mentor bis zum Abitur

Und eigentlich müsste sie sich darum auch keine Sorgen machen – im Zentrum der Förderung steht nämlich die Begleitung durch einen außenstehenden Mentor, der den Schüler bis zum Abitur begleitet. Für Felix hat sich aber auch nach über zwei Jahren noch kein passender Mentor gefunden. „Die Mentoren nehmen eine Mittlerrolle zwischen Stipendiat, Eltern, Schule und Stiftung ein und sind wesentliche Feedbackgeber für die Stiftung“, so Friedel. „Schon deswegen sollte es jemand aus der Region sein.“ Außerdem müsse die Chemie zwischen Stipendiat und Mentor stimmen, das sei besonders wichtig. In der Regel sollen Mentoren – oder Mentorinnen – langjährige Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben und den Stipendiaten mit ihrem eigenen Werdegang, ihrer Werteorientierung und ihrer kulturellen Identität Vorbilder sein. Die Mentoren werden in einem längeren Verfahren gründlich überprüft. „Wir kennen niemanden persönlich, der in Frage kommen würde“, so Sonja Marzinzik. „Aber es wäre wirklich schön, wenn sich jemand Passendes findet. Die Hoffnung daran stirbt zuletzt.“

Zusatzinfo: Die Roland Berger Stiftung hat ein Regionalbüro in Frankfurt. Weitere Auskünfte zu Stipendium und Mentorat erteilt Jasmin Friedel, Projektleiterin für Hessen. Kontakt telefonisch (069) 710 47 51 51 oder per E-Mail:jasmin.friedel@rolandbergerstiftung.org

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