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Für Helios St. Elisabeth Klinik wird die Suche nach Ärzten immer schwieriger

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Nach dem Klinikum Fulda warnt jetzt die Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld, genauso wie das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda, vor gefährlichen Entwicklungen in der Gesundheitspolitik.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Die Situation der Krankenhäuser wird sicher nicht einfacher“, sagt Sebastian Mock (28), seit September 2018 Geschäftsführer der Helios St. Elisabeth-Klinik in Hünfeld. „Eine Vielzahl neuer Gesetze wie das Pflegepersonalstärkungsgesetz, die Pflegepersonaluntergrenzen und das MDK-Reformgesetz sowie neue Regularien für die Notaufnahmen, aber auch Engpässe im Personal erfordern immer wieder Anpassungen in den Krankenhäusern.“

All dies beeinflusse heute und in Zukunft die wirtschaftliche Situation der Kliniken. „Die Folgen werden sich in den nächsten Jahren zeigen“, sagt Mock. Krankenhausverbände erklären den wachsenden Druck auf Krankenhäuser auch damit, dass die Bundespolitik auf eine Verringerung der Zahl der Kliniken hinwirken wolle.

Verzicht auf Leihkräfte

Dem Hünfelder Haus sei es gelungen, 2019 bei einem Umsatz von 20 bis 30 Millionen Euro einen Überschuss in niedriger einstelliger Millionen-Höhe zu erwirtschaften. „Seit 2010 – und auch schon davor – schreiben wir schwarze Zahlen“, berichtet Mock. Von den Pflegepersonaluntergrenzen ist das Haus nicht betroffen, da es bestimmte Größen nicht überschreitet.

In der Pflege konnte das Krankenhaus – anders als das Klinikum – auf Leihkräfte verzichten. „Wir konnten 2019 sogar zehn Pflegekräfte zusätzlich einstellen.“ Das 158-Betten-Haus beschäftigt heute 300 Mitarbeiter. Mock räumt aber ein: „Für unser Haus wird allerdings die Gewinnung von ärztlichem Personal zunehmend schwieriger. Hier bauen wir auf die Unterstützung der Gruppe. Auch auf den Einsatz von Honorarärzten sind wir in einigen Bereichen angewiesen.“

Die Patientenzahlen in Hünfeld sind in den vergangenen beiden Jahren ganz leicht zurückgegangen. Die Zahl stationärer Patienten sank im Zeitraum von 2017 bis 2019 von 8300 auf 8000, die Zahl ambulanter Patienten von 12.000 auf 11.600.

Keine Finanzhilfen von Trägern

Während kommunale Krankenhäuser wie das Klinikum Fulda, das Kreiskrankenhaus in Alsfeld und die Main-Kinzig-Kliniken in Schlüchtern und Gelnhausen in den vergangenen Jahren Finanzhilfen in Millionenhöhe von ihren jeweiligen Trägern Stadt Fulda, Vogelsbergkreis und Main-Kinzig-Kreis erhalten haben, müsse sich Helios St. Elisabeth selbst tragen.

„Außer den pauschalen Fördermitteln, die jede Klinik mit einem offiziellen Versorgungsauftrag erhält, bekommen wir keine öffentlichen Zuschüsse“, erklärt Mock. „Wir sind nur durch wirtschaftlich positive Ergebnisse in der Lage, Investitionen wie 2019 in das neue Patienten-Service-Center und den Umbau der Zentralen Notaufnahme 2020 zu finanzieren.“

Generell gelingt es privaten Kliniken öfter als kommunalen und konfessionellen Häusern, ein Plus zu erwirtschaften. Das liegt auch an der Zusammenarbeit in großen Gruppen und einer anderen Bezahlung der Mitarbeiter. Die Zahl der Krankenhäuser, die in Besitz privater Klinikbetreiber sind, hat sich seit 1991 annähernd verdoppelt.

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