Solarpark
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Symbolischer Start für den Solarpark unweit der A 7 bei Langenschwarz. Er soll im Frühjahr 2022 ans Netz gehen.

Genossenschafts-Projekt

15.000-Quadratmeter-Solarpark entsteht bei Langenschwarz

Bei Langenschwarz (Hessen) entsteht ein großer Solarpark. Was Meik Heimroth bei einem Spaziergang im Jahr 2017 als Idee kam, wurde später zu einem kommunalen Projekt. Jetzt hatten die Initiatoren zum ersten Spatenstich eingeladen.

Langenschwarz - „Kohlstrauch Photovoltaik I“ – so nennt sich das Projekt rund um den dritten und größten Bürgersolarpark in der Marktgemeinde Burghaun (Hessen). Die Anlage wird auf gepachteten Ackerflächen zweier Landwirte und der Gemeinde entstehen, die sich in unmittelbarer Nähe zur Autobahn-Talbrücke links und rechts an der K142 von Langenschwarz Richtung Wehrda befinden.

„2017 bin ich mit meiner Frau hier oben spazieren gegangen und da kam mir die Vision von einer Photovoltaikanlage an dieser Stelle. Ich hatte dann auch schnell die Finanzierung für eine kleine Anlage und einen Anlagenbauer gefunden“, erklärte Meik Heimroth aus Langenschwarz.

Hessen: 15.000-Quadratmeter-Solarpark entsteht bei Langenschwarz

Doch dann kamen Hürden wie Ämter und Naturschutz hinzu, die das Vorhaben ausbremsten. „Ich bin dann an Simon Sauerbier als damaligen Bürgermeister herangetreten und der war von dem Projekt so begeistert, dass er das Ganze zu einem größeren Vorhaben entwickelt hat. Damit ging für mich ein kleiner Traum in Erfüllung.“ (Lesen Sie hier: Solarpark Hintersteinau eingeweiht - Leistungsstärkste Anlage im Main-Kinzig-Kreis)

Aus dieser Idee ist nun der Plan für eine fest aufgeständerte Freiflächen-Photovoltaikanlage mit bis zu 15.000 Quadratmetern Modulfläche entstanden. Die Leistung liegt bei weit mehr als 2000 Kilowatt peak (kWp). So können 40.000 Tonnen CO2 und über 60 Kilogramm radioaktiver Abfall über 20 Jahre eingespart werden. Weit über 600 Haushalte, also mehr als Langenschwarz Einwohner hat, können damit versorgt werden. Für Haushalte, die Ökostrom beziehen, könnte der Strom also bald auch aus Langenschwarz kommen.

Finanziert und vorangebracht hat das Projekt die Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie eG Burghaun, deren Vorsitzender Simon Sauerbier auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt ist. Beim Spatenstich erklärte Sauerbier: „Durch eine gute Ausschreibung bei der Bundesnetzagentur kann nun in die heiße Phase gestartet werden. Damit betreiben wir regionale Wertschöpfung, denn neben den Anlegern der Genossenschaft profitieren auch Handwerker und Banken aus der Region.“

Hessen: Idee von Meik Heimroth entwickelte sich zum Genossenschafts-Projekt

In den kommenden Wochen wird mit dem Bau des Zauns begonnen. „Die Produktion für die Gestelle, auf die die Module befestigt werden, läuft an, sodass diese in acht Wochen fertig sein sollen. Die wesentlichen Materialien sind vorhanden, sodass der Bau schnellstmöglich abgeschlossen werden kann“, berichtete Bauunternehmer Frank Klüber von Klüber Energie. Im ersten Quartal 2022 wird mit der Fertigstellung gerechnet.

Jens Lechtenböhmer, zweiter Vorsitzender der Energiegenossenschaft, fasste die finanziellen Aspekte zusammen: „Der Park wird circa 1,5 Millionen Euro kosten. Davon sollen 30 Prozent mit Genossenschaftsanteilen nachgelagert finanziert werden.“ Zunächst wird das Projekt jedoch über die Bank in Vorleistung finanziert und im nächsten Jahr, nach der Generalversammlung, wird den bisherigen und zukünftigen Genossen die Möglichkeit gegeben, sich zu beteiligen.

Bürgermeister Dieter Hornung (CDU) blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Ich weiß, dass es einige Schwierigkeiten gab, die es in der Vergangenheit zu umschiffen galt. Daher bin ich froh, dass nun alles geklappt hat und freue mich auf künftige Projekte.“ Gemeinsam mit Herbert Roos, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft, stachen Ralf-Stefan Stöppler, Geschäftsführer der RhönEnergie Effizienz und Service sowie Dirk Schäfer, Planer der RhönEnergie Effizienz und Service, die Spaten in die Erde. Damit ist der erste Handgriff am neuen Solarpark geschafft. (von Alisa Kim Göbel)

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