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Fast halben Meter zu hoch - Polizei stoppt polnischen Lkw-Transport auf A4

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Der polnische Sattelzug hatte zwei fabrikneue Sattelzugmaschinen und ein neues Lkw-Chassis ohne Aufbau - schräg ineinander verschachtelt - geladen.
Der polnische Sattelzug hatte zwei fabrikneue Sattelzugmaschinen und ein neues Lkw-Chassis ohne Aufbau - schräg ineinander verschachtelt - geladen. © Polizeipräsidium Osthessen

Die Polizei hat auf der A4 bei Herleshausen einen Lkw-Transport wegen deutlicher Überhöhe angehalten. Der polnische Sattelzug hatte Sattelzugmaschinen und ein Lkw-Chassis verschachtelt geladen.

Herleshausen - Der Transport war am Mittwochvormittag Beamten der Schwerverkehrsüberwachung der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld auf der A4 bei Wommen (Hessen) in Fahrtrichtung Osten festgestellt worden. Bereits auf den ersten Blick sahen die Beamten, dass der Transport offenbar zu hoch beladen war.

„Der polnische Sattelzug hatte zwei fabrikneue Sattelzugmaschinen und ein neues Lkw-Chassis ohne Aufbau - schräg ineinander verschachtelt - geladen“, schreibt die Polizei Osthessen in einer Pressenotiz.

Das tatsächliche Ausmaß der Überhöhe zeigte sich jedoch erst, als der Transporter unter einem Brückenbauwerk hindurchfuhr. Dabei seien „nur wenige Zentimeter zwischen dem geladenen Lkw-Chassis und der Autobahnüberführung verblieben“, so die Polizei. Die Beamten nahmen deshalb auf dem Parkplatz der Tank- und Rastanlage Werratal bei Herleshausen eine Kontrolle vor.

Hessen: Fast halben Meter zu hoch - Polizei stoppt Lkw-Transport auf A4

Dabei stellte sich heraus, dass die Ladung des Autotransporters an der höchsten Stelle 4,46 Meter hoch und damit 46 Zentimeter höher als erlaubt war. Mit diesen Maßen lag der Transporter nur 4 Zentimeter unter der Regeldurchfahrtshöhe der Autobahn-Brückenbauwerke. (Lesen Sie auch: Polizei stoppt Gerüstlaster - Um mehr als 80 Prozent überladen)

Zwar legte der 54-jährige Fahrer eine Ausnahmegenehmigung zur Überschreitung der zulässigen ladungsbedingten Fahrzeughöhe von 4 Meter auf bis zu 4,40 Meter Gesamthöhe vor, diese sei laut Polizei aber nicht anwendbar gewesen. „Derartige Genehmigungen gelten grundsätzlich nur für unteilbare Ladungen. Die drei zusammen geladenen Nutzfahrzeuge, auf nur einem Autotransporter, erfüllten diese Vorgabe nicht“. Zudem wurden bei der Kontrolle auch Ladungssicherungsverstöße festgestellt.

Um Weiterfahren zu dürfen, musste der polnische Spediteur die Fahrzeuge abladen und vorschriftsmäßig nachsichern. Vor diesem Hintergrund wurde dem kontrollierten Lkw außerdem eine polizeiliche Sicherungskralle angelegt.

Vierstelliges Bußgeld könnte fällig werden

Nachdem er die Maßnahmen umgesetzt hatte, konnte der Fahrer am Donnerstagnachmittag seine Fahrt fortsetzen. „Die hierbei abgeladene Sattelzugmaschine wurde mit einem anderen Autotransporter weiterbefördert“, erklärt die Polizei. Bei dem polnischen Fahrer wurde zur Sicherung des Verfahrens eine Sicherheitsleistung im dreistelligen Eurobereich einbehalten.

Gegen den Transportunternehmer wurde bei der Zentralen Bußgeldstelle in Kassel ein „Verfahren zur Vermögensabschöpfung durch Bußgeldanpassung“ angeregt. In diesem Zusammenhang könnte nun eine Strafe in Höhe eines vierstelligen Geldbetrages auf ihn zukommen. (akh)

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