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140 Ferkel mehr als erlaubt: Polizei stoppt Tiertransport auf der A7

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Von: Sebastian Reichert

Ein Tiertransporter mit 90 Schweinen ist am Dienstag in Unterfranken umgekippt. (Symbolbild)
Die Polizei hat auf der A7 einen Lkw angehalten - mit 140 Ferkel zu viel. Die Beamten vom Polizeipräsidium Osthessen in Fulda erlaubten dennoch die Weiterfahrt. © Marijan Murat/dpa

Die Polizei hat auf der Autobahn A7 einen Lastwagen angehalten, der 140 Ferkel mehr geladen hatte als zulässig. Die Beamten vom Polizeipräsidium Osthessen in Fulda erlaubten dem Fahrer aus einem bestimmten Grund aber weiterzufahren.

Bad Hersfeld/Fulda - Insgesamt hatte der völlig überladene Sattelschlepper 740 Tiere dabei, wie die Polizei in Fulda am Freitag mitteilte. Der Tiertransport-Sattelzug war den Beamten in der Steigungsstrecke der sogenannten Pommer-Südrampe auf der Autobahn A7 zwischen den Anschlussstellen Bad Hersfeld-West und Homberg/Efze aufgefallen.

Eine Streife der Schwerverkehrsüberwachung der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld stoppte den Lkw am Montagvormittag (10. Januar 2022). Bei der Kontrolle auf dem Parkplatz „Fuchsrain“ stellte sich heraus, dass der Sattelzug in vier Ladeebenen übereinander mit insgesamt 740 Ferkeln beladen war. Die Schweinchen waren jeweils etwa 30 Kilogramm schwer.

Hessen: 140 Ferkel zu viel: Polizei stoppt Sattelzug - deshalb durfte er weiter fahren

Wie das Polizeipräsidium Osthessen in Fulda am Freitag berichtete, spielt bei der gewerblichen Beförderung von Nutztieren das durchschnittliche Einzelgewicht eine entscheidende Rolle. Daraus ergibt sich die beim Transport zur Verfügung zu stellende Mindestladefläche pro Tier.

„Während nach der Tierschutztransportverordnung für ein Ferkel mit bis zu 25 Kilogramm Lebendgewicht während der Beförderung eine sogenannte „Mindestbodenstellfläche“ von 0,18 Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden muss, liegt der Platzbedarf für Ferkel mit bis zu 30 Kilogramm Gewicht bei 0,21 Quadratmeter“, erklärte ein Sprecher der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld.

Dieser von der Polizei auf der Autobahn A7 angehaltene Lastwagen hatte 140 Ferkel mehr geladen als erlaubt.
Dieser von der Polizei auf der Autobahn A7 angehaltene Lastwagen hatte 140 Ferkel mehr geladen als erlaubt. © Polizei

Bei dem angehaltenen Transporter hatten die Ferkel pro Tier hingegen nur 0,17 Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung. „Anstatt der 740 Ferkel hätten deshalb auf dem verwendeten Sattelanhänger nur 600 Ferkel dieser Gewichtskategorie befördert werden dürfen“, führte die Polizei aus.

Außerdem sei die höchstzulässige Gruppengröße von maximal 35 Tieren „teilweise erheblich überschritten“ worden. „Auch die zulässige Gesamtmasse des Sattelzuges von 40 Tonnen wurde nicht eingehalten“. Die Ferkel sollten von einem Erzeugerbetrieb im Ilm-Kreis in Thüringen zu einem etwa 350 Kilometer entfernten Mastbetrieb im Landkreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen gebracht werden.

Weil sich der Kontrollort etwa in der Mitte des geplanten Fahrtweges befand, kam laut Polizei eine Anordnung zur Rückkehr an die Verladestelle nicht in Frage. Ebenso sei eine teilweise Umladung am Kontrollort wegen der Außentemperaturen um den Gefrierpunkt keine Option gewesen.

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Gemäß bestehender Absprachen mit der zuständigen Kreisveterinärbehörde sei deshalb nach Angaben der Polizei aufgrund des Tierwohls von den Beamten entschieden worden, den Transport zu seinem Ziel weiterfahren zu lassen, „weil dies im vorliegenden Fall den geringstmöglichen Eingriff für die Tiere bedeutete“. (lesen Sie auch hier: Polizei stoppt Großraumtransporte im Vogelsberg - Überholmanöver mit Mähdrescher auf A5)

Die Beamten meldeten den Vorfall vom Montag nahe Neuenstein (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) dem zuständigen Kreisveterinäramt, das bei solchen Verstöße gegen die Tiertransportvorschriften die jeweiligen Verantwortlichen sanktionieren kann.

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