In Wehrda wehrt man sich gegen den Ausbau einer neuen Bahn-Schnelltrasse vorbei am Dorf.
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In Wehrda wehrt man sich gegen den Ausbau einer neuen Bahn-Schnelltrasse vorbei am Dorf.

Fulda-Gerstungen

Gegen Bahntrasse bei Wehrda: Gemeindevertreter in Haunetal wehren sich gegen Schnellstrecke

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Mit einer einstimmig beschlossenen Resolution appelliert Haunetals Gemeindevertretung an die Bahn, die „Wehrda-Trasse“ bei der Strecke Fulda–Gerstungen nicht zu berücksichtigen.

Neukirchen - Im Zuge der Planungen für die neu zu bauende Verbindung nach Gerstungen und Erfurt könne nach den jetzigen Planungen eine Variante unmittelbar an Wehrda entlang führen und sowohl das Wehrdaer Moor als auch den Ort außerordentlich beeinträchtigen. „Die Trasse wäre der Tod des Dorfes“ – so hatte Heinz Billing, Mitglied im Führungsteam der Bürgerinitiative „Keine Schnellbahntrasse durch Wehrda“ gegenüber der „Hersfelder Zeitung“ die Befürchtungen gebündelt. (Lesen Sie hier: Bahnprojekt: Initiative Fulda-Gerstungen für Hersfeld-Halt, Bedenken in Burghaun)

Sowohl der Ortsbeirat als auch jetzt die Gemeindevertretung machten sich die Befürchtungen der Wehrdaer zu eigen. Daher lag dem Gremium in der Sitzung am Dienstagabend in Neukirchen auch der Entwurf einer Resolution vor, in der die Bahn aufgefordert wird, die Wehrda-Variante nicht weiter zu verfolgen. In Abstimmung mit der BI und dem Ortsbeirat werden die Bedenken aufgeführt.

Bedenken gegen Bahnprojekt: Gemeinde Haunetal stellt sich gegen Trassenführung bei Wehrda

Unter anderem wird auch auf die drohende Beeinträchtigung sowohl des Wehrdaer Friedhofs als auch des jüdischen Friedhofs im Haunetal hingewiesen. Vertreter aller Fraktionen unterstützten den Antrag, der einstimmig beschlossen wurde. Für die CDU warb der aus Wehrda stammende Marc Blucha dafür, das Thema bei aller Betroffenheit „nicht zu emotional“ anzugehen.

Bürgermeister Timo Lübeck (CDU) sagte zu, die Resolution umgehend auf den Weg zu bringen. Gegenüber der „Hersfelder Zeitung“ hatte die Bahn betont, derzeit werde „ergebnisoffen“ nach der bestmöglichen Trassenführung gesucht. Der nächste Termin des Beteiligungsforums, das den Planungsprozess begleitet, ist für den 2. Juli geplant. Dazu sei auch die BI aus Wehrda eingeladen.

Haunetal: Auch Votum gegen acht Windkraftanlagen Thema unter Gemeindevertretern

Als Dringlichkeitsantrag von CDU und SPD war eine weitere Entschließung eingebracht und kurzfristig auf die Tagesordnung gehoben worden: ein Votum gegen die geplanten acht weiteren Windräder bei Buchenau. „Wir sehen hier – wie bei der Bahn-Planung in Wehrda – eine Riesen-Verunstaltung des Landschaftsbilds“, beklagte CDU-Fraktionsvorsitzender Marius Tegl. Das sei um so ärgerlicher, da Haunetal nichts davon habe. Sein SPD-Kollege Hein-Peter Möller hieb in die gleiche Kerbe: Die Planungen gingen zu Lasten der Menschen und nutzten nur einem „Großgrundbesitzer“. Haunetal leiste genug für die Energiewende, sagte er.

Differenzierter sah man das Thema seitens der GfH-Fraktion: Während Hans Glebe sich dem Votum der beiden Parteien anschloss, widersprach Fraktionsvorsitzender Klaus Renschler: „Ich verstehe die ,Wir-haben-nichts-davon-Argumentation’ nicht“, sagte er. Auch den Braunkohle-Regionen und den AKW-Standorten habe man diese Frage nicht gestellt.

Das Votum gegen die Windräder sei vor dem Hintergrund, dass man wenige Minuten zuvor beschlossen habe, „Klimakommune“ zu werden, nicht schlüssig, wurde aus der GfH argumentiert.

Gemeinde Haunetal beschließt, sich Bündnis „Hessen aktiv: Die Klimakommunen“ anzuschließen

Bürgermeister Lübeck berichtete, er habe darauf gedrängt, beim immissionsrechtlichen Verfahren beteiligt zu werden. Er bemängelte, dass er aus der Zeitung und nicht von dem Projektierer von den Planungen erfahren habe. Am Ende stimmten elf Gemeindevertreter für das Votum gegen die Buchenauer Anlagen, drei GfH-Vertreter votierten mit „Nein“.

Haunetal wird sich dem Bündnis „Hessen aktiv: Die Klimakommunen“ anschließen. Für die GfH hatte Klaus Renschler den Antrag eingebracht. Klimaschutz sei „die Aufgabe unserer Zeit“, sagte er. Es gelte, jetzt etwas zu tun. Das Bündnis biete kompetente Beratung und gegebenenfalls auch Zuschüsse Auf der anderen Seite gehöre auch die Verpflichtung dazu, den ökologischen Fußabdruck der Kommune zu verkleinern.

Für die CDU betonte Ralf Stuckhard, er kenne als nachhaltig arbeitender Schreiner diesen Prozess seit zehn Jahren. Die Fraktion werde den Prozess unterstützen. Zustimmung signalisierte auch Hein-Peter Möller für die SPD: „Wir sind gefordert, die CO2-Bilanz zu verbessern.“ Klimaschutz sei wichtig und dürfe nicht nur Worthülse sein. Einstimmig beschlossen die drei Fraktionen den Beitritt zum Klima-Bündnis.

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