Vom Hobby zur Brauerei: Sebastian Gärtner (links) und Dominik Mauler packen fleißig ihre Online-Bestellungen und genießen dabei ihr eigenes Bier. Es fehlt Christian Kiel.
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Vom Hobby zur Brauerei: Sebastian Gärtner (links) und Dominik Mauler packen fleißig ihre Online-Bestellungen und genießen dabei ihr eigenes Bier. Es fehlt Christian Kiel.

Vom Garagen-Hobby zur Brauerei

Drei Freunde brauen ihr eigenes regionales Bier „Hunfelt Braeu“

Vom Garagen-Hobby zur eigenen Brauerei: Drei Freunde haben sich den Genuss zum Nebenberuf gemacht und brauen nun ihr eigenes Bier „Hunfelt Braeu“.

Burghaun - Freundlich, unterhaltsam und mit einem Blick für Regionalität – so lässt sich das Team von Hunfelt Braeu am besten beschreiben. Beim Hineinkommen fühlt man sich gleich willkommen und mit einem Griff in das nächste Regal hält man ein Stück Heimat in der Hand. Für die Bierbrauer war das, was sie jetzt vor sich sehen, vor drei Jahren, als sie ihr erstes Glas eigens hergestelltes Bier in der Hand hielten, völlig undenkbar. Ihr Konzept erklären sie ganz einfach: „Wir haben ein Bier gebraut, dass uns schmeckt und dabei wohl den Geschmack von anderen getroffen.“

Vom Garagen-Hobby zur Brauerei: Drei Freunde aus Hessen brauen ihr eigenes Bier

Hunfelt Braeu – zunächst stellt sich die Frage, wo die Punkte über dem „u“ sind und warum wird Hünfeld mit „t“ geschrieben. Doch hinter dem Namen steckt nicht das Wort Hünfeld. „Es ist der mittelalterliche Ursprung des heutigen Namens ‚Haunefeld‘, also genau da, wo unsere Brauerei steht“, erklärt Dominik Mauler. Im Gewerbegebiet „Am Grubener Weg“ zwischen Burghaun und Hünfeld im Landkreis Fulda haben sich die drei Freunde niedergelassen und brauen und verkaufen von dort aus ihr eigenes Bier.

„Im September 2017 suchten wir ein neues Hobby. Da wir alle gerne Bier trinken und uns aus dem Urlaub immer wieder ausländische Biersorten mitbrachten, fiel die Wahl aufs Bierbrauen“, erzählt Sebastian Gärtner. Zwei Monate später sei in der eigenen Garage das erste selbstgebraute Bier in dem damals noch sehr kleinen Braukessel entstanden.

Durch Verkostungen mit Freunden und Verwandten bekamen die Hobbybierbrauer Anfragen und schnell vergrößerten sich sowohl die Geräte als auch die Nachfrage. Im April 2019 kam es zur Gründung von Hunfelt Braeu und ein Jahr später zogen Gärtner, Kiel und Mauler mit ihrem Bier ins „Hunfelt“. Eine richtige Anlage wurde installiert und ein Raum für die Rohstoffe sowie ein Verkaufsraum wurden eingerichtet. „Unser Ziel war eigentlich die Gastronomie und das Catering, eben Fassbier, aber durch Corona sind wir sehr schnell auf Flaschenbier umgestiegen und sind jetzt hauptsächlich im ausgewählten Einzelhandel sowie im Online-Shop zu finden“, erklärt Gärtner. (Lesen Sie hier: Einzelhandel in Eiterfeld leidet - Vorsitzender des Gewerbevereins registriert „miese Stimmung“).

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Mittlerweile bietet Hunfelt Braeu sechs Sorten an: malzaromatisches Altbier, beeriges Pale Ale, Weizenbier, Stout, Bockbier und Helles. Im Haimbacher „The Grillhouse“ gibt es ein Landbier vom Fass, welches mit den Inhabern zusammen entwickelt wurde. Besonders wichtig sind den Bierkennern die Qualität ihrer Zutaten, die Regionalität und die Herstellung nach klassischer Braukunst. Seit März ist die Brauerei Partnerbetrieb der Dachmarke Rhön. Drei der Biere sind bereits mit dem Bio-Qualitätssiegel Rhön versehen.

Während die Brauer unter der Woche ihren eigentlichen Berufen nach gehen, steht der Samstag ganz im Zeichen des Bierbrauens. Neben dem Herstellen der bestehenden Sorten experimentieren die Bierkenner immer wieder. Von der Idee bis zur Herstellung und einem zufriedenstellenden Ergebnis kann es dabei unterschiedlich lange dauern. „Die meisten Anläufe haben wir für unser Helles gebraucht“, erinnert sich Gärtner. „Mehr als zehn Versuche waren nötig, bis wir zufrieden waren. Erfahrene Bierbrauer, die wir um Rat gefragt hatten, haben uns davor gewarnt.“ Beim Weizenbier dagegen war die Rezeptur nach zwei Braudurchgängen klar.

Sebastian Gärtner: Die meisten Anläufe haben wir für unser Helles gebraucht

Auch bei den Ausschankgläsern wurden über 20 Variationen ausprobiert, bis sie sich für eine eher ungewöhnliche Glasform entschieden. „Die Nase braucht eben Platz“, lachen die Bierbrauer, denn der volle Geschmack am Gaumen entstehe über Mund und Nase. Eine hundertprozentige Transparenz ist den Dreien wichtig. Und das ist wörtlich gemeint, von außen kann man sogar in die Brauerei hinein- und beim Brauen zusehen. „Unsere Kunden können freitags von 17 bis 19 Uhr beim Werksverkauf nicht nur einen Blick in die Produktion erhaschen, sondern uns alles fragen.“ Um das regionale Bier kennenzulernen, ist ein Online-Biertasting möglich. (Alisa Kim Göbel)

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