Blick auf einen Teil des bestehenden Buchenauer Windparks. Zur Orientierung: Etwa in der Bildmitte liegt Bodes, am Horizont dahinter ist der Kaliberg von Unterbreizbach zu sehen.
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Blick auf einen Teil des bestehenden Buchenauer Windparks. Zur Orientierung: Etwa in der Bildmitte liegt Bodes, am Horizont dahinter ist der Kaliberg von Unterbreizbach zu sehen.

Möglicher Investor schweigt

Acht weitere Windräder bei Buchenau? RP bestätigt Planungen - Bürgermeister: „Wir werden Anwalt kontaktieren“

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Aufregung in Buchenau: Auf den bewaldeten Höhen im Bereich des Dorfes sollen zusätzlich zu den 15 bestehenden 8 weitere Windkraftanlagen errichtet werden. Das hat Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) mitgeteilt.

Buchenau - Bei Buchenau waren in den Jahren nach 2016 insgesamt 15 Windräder aufgestellt worden. Fünf Anlagen errichtete der Wiesbadener Unternehmen Abo Wind, die verbleibenden zehn Thüga Erneuerbare Energien (THEE) zusammen mit RhönEnergie Erneuerbare. THEE ist möglicherweise der Interessent für die neu zu errichtenden Anlagen.

Hessen: Acht weitere Windräder? Bürgermeister: „Wir werden Anwalt kontaktieren“

In Eiterfeld und Buchenau stößt die Nachricht auf Missfallen: „Man hat den Eindruck, dass diese Projekte im Hau-Ruck-Verfahren durchgezogen werden“ sagt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich hörbar verärgert auf Anfrage der Redaktion. „Wir als Gemeinde haben von den Erweiterungsplänen über das Regierungspräsidium erfahren. Der Projektierer hatte zu uns keinen Kontakt.“

Das sei eine heftige Nachricht: „Wir sind davon ausgegangen, dass es bei den bisherigen 15 Anlagen bleibt.“ Bei der Projektierung in den Jahren 2016 und 2017 sei noch um jede einzelne Anlage gerungen worden, nun sei plötzlich eine derartige Erweiterung geplant. (Lesen Sie hier: Windpark bei Wehrda wächst)

Scheich sieht eine Wurzel des Übels im Regionalplan Windenergie und in der ihm zugrunde liegenden Vorgabe, zwei Prozent der Gesamtfläche von Hessen zwingend als Windkraft-Vorranggebiete auszuweisen.

Möglicher Investor THEE hält sich bedeckt

Seitens der Verwaltung wolle man die Dinge nicht so auf sich beruhen lassen: „Wir werden mit einer Anwaltskanzlei Kontakt aufnehmen“, kündigt Scheich an. Im Gemeindevorstand werde die weitere Vorgehensweise beraten.

Das Regierungspräsidium in Kassel bestätigte auf Anfrage, dass die Planungen für Buchenau bestehen. „Eine Antragsberatung und ein Scoping-Termin werden derzeit vorbereitet“, heißt es aus der RP-Pressestelle. Auch Bürgermeister Scheich hatte schon von einem geplanten Ortstermin berichtet.

Video: Schwimmende Windkraftanlage wird in Ostsee getestet

Auf Anfragen der Redaktion hält sich die THEE-Zentrale in Hamburg allerdings bedeckt: Das Interesse an dem Projekt wird nicht dementiert, aber in weiche Worte gepackt: „Die Thüga Erneuerbare Energien prüft als kommunaler Projektentwickler und Betreiber fortlaufend Möglichkeiten, die sich an potenziellen Standorten für Wind- und Solarparks in Deutschland ergeben. Sollten sich Vorprüfungen unseres Hauses am Standort Eiterfeld-Buchenau verdichten, melden wir uns gerne wieder bei Ihnen“, schreibt der Leiter der Projektentwicklung, Klaus-Peter Lehmann.

Auskünfte zur Anzahl, zur Größe der Anlagen, zu Standorten und zum Zeitplan gibt es – noch – nicht. Die bestehenden 15 großen Windkraftanlagen bei Buchenau haben Nabenhöhen von knapp 150 Metern; ihre Leistung liegt bei jeweils rund drei Megawatt.

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