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Schlag gegen Schleuserbande - Bundespolizei Hünfeld mit mehreren hundert Beamten im Großeinsatz

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Die Bundespolizei Hünfeld war an einem Großeinsatz gegen eine Schleuserbande beteiligt.
Die Bundespolizei Hünfeld war an einem Großeinsatz gegen eine Schleuserbande beteiligt. © Thomas Koehler/photothek.net

Die Hünfelder Bundespolizei war Mitte der Woche an einem bundesweiten Großeinsatz beteiligt. Dabei gelang den Beamten ein Schlag gegen eine kriminelle Schleuserbande.

Hünfeld - Im Rahmen des Einsatzes wurden 60 Wohnungen, Geschäftsräume und Arbeitnehmerunterkünfte in fünf Bundesländern mit Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg durchsucht. Den Beamten der Bundespolizei Hünfeld (Hessen) kam dabei eine wichtige Rolle zu: Als Führungsstab koordinierten sie die Bundespolizei-Einheiten. (Lesen Sie hier: Das waren die Einsätze der Bundespolizei Hünfeld im Jahr 2021)

Insgesamt waren mehr als 500 Beamte aus allen Bundesbereitschaftspolizeiabteilungen in Zusammenarbeit mit den Kräften des Hauptzollamtes Saarbrücken an dem Großeinsatz beteiligt. Zusammen mit den Kräften der Zoll- und Finanzbehörde kam der Einsatz auf 1500 Beamte.

Hessen: Bundespolizei mit Großeinsatz gegen Schleuserkriminalität

„Anlass für diesen Großeinsatz war die illegale Anwerbung von ukrainischen, georgischen und moldawischen Staatsangehörigen als Arbeitskräfte“, schrieb die Bundespolizei in einer Pressemitteilung. Dabei stand ein 48-jähriger Deutscher aus der Südpfalz als Kopf einer Tätergruppierung im Verdacht, mit seiner Personalvermittlungsfirma über 300 mit falschen europäischen Ausweisdokumenten ausgestattete Staatsangehörige aus Nicht-EU-Staaten angeworben und nach Deutschland eingeschleust zu haben.

Unter den jeweiligen Falschpersonalien der Männer und Frauen, die in firmeneigenen Unterkünften meistens gegen Entgelt untergebracht wurden, soll der Abschluss von Miet- und Arbeitsverträgen erfolgt sein. Die Geschleusten sollen in einem organisierten Umfang zum Zweck der Arbeitsaufnahme an Firmen unterschiedlichster personalintensiver Branchen, wie zum Beispiel der Logistik und Abfallwirtschaft, in Deutschland als Leiharbeiter weitervermittelt worden sein.

17 Beschuldigte - Mehr als 300 falsche Ausweisdokumente

Die Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, der Urkundenfälschung, des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Steuerhinterziehung richten sich laut der Hünfelder Bundespolizei gegen insgesamt 17 Beschuldigte.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden umfangreiche Beweismittel, insbesondere Firmenunterlagen und Aufzeichnungen, diverse Speichermedien wie Laptops und Smartphones sowie gefälschte Ausweisdokumente sichergestellt

Dem Großeinsatz waren mehrjährige Ermittlungen der Behörden bezüglich der Organisation und Vorgehensweise der Täter vorangegangen. (akh)

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