Büros und Lagerstätten der ehemaligen Coty-Liegenschaft in der Wellastraße stehen seit längerer Zeit leer.
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Büros und Lagerstätten der ehemaligen Coty-Liegenschaft in der Wellastraße stehen seit längerer Zeit leer.

Seit 2018 nicht mehr genutzt

Projektierer will ehemaligen Coty-Gebäuden neues Leben einhauchen

  • Harry Wagner
    VonHarry Wagner
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Zwei ungenutzte Gebäude der Coty-Liegenschaften im Hünfelder Industriegebiet sind verkauft. Der Kosmetikkonzern hat den Deal mit dem Gießener Projektierer Revikon GmbH abgewickelt. Zu der Verkaufssumme macht Coty keine Angaben. 

Hünfeld - Verkauft worden sind Gebäude, in denen sich zuletzt Büro- und Lagerräume befunden hatten. Nachdem Coty als damaliger Mutterkonzern den Wella-Produktionsstandort in Hünfeld (Hessen) Ende des Jahres 2018 aufgegeben hatte, wurden diese nicht mehr genutzt – auch nicht unter dem späteren Käufer der Haarpflege-Marke, dem Finanzinvestor KKR.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Verkauf, den Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok bei der Sitzung der Stadtverordneten vorige Woche publik gemacht hatte, bereits im Sommer abgewickelt worden. Vom einst so stolzen Unternehmen blieb lediglich die Abteilung Forschung und Entwicklung der Wella Company bis heute in der Konrad-Zuse-Stadt und befindet sich auf einem unmittelbar benachbarten, jedoch abgetrennten Areal. Die dortigen Gebäude seien auch im Besitz der Wella Company, wie Coty-Sprecherin Christina Schulze erklärt.

Die Revikon GmbH hat die beiden Coty-Gebäude erworben, um sie entsprechend weiter zu entwickeln und zu veräußern. Aus dem derzeit trist wirkenden Gelände soll ein attraktiver Standort werden. Revikon-Geschäftsführer Daniel Beitlich ist, so wird er auf der Website des Unternehmens zitiert, „fasziniert von alten Gebäuden und Geländen. Mich reizt es, ihnen wieder neues Leben einzuhauchen.“

Hessen: Ehemaligen Coty-Gebäuden in Hünfeld soll neues Leben eingehaucht werden

Industriebrachen, verlassene Militärgelände und leerstehende Gewerbeimmobilien zählen zu den bevorzugten Objekten, um das Interesse Beitlichs und seines Teams zu wecken. Für unsere Zeitung war der Revikon-Geschäftsführer in den vergangenen Tagen allerdings nicht zu sprechen.

Die Projektentwickler haben unter anderem in die Alten Brauereihöfe und den Alten Flughafen in Gießen sowie in das ehemalige Post-Gebäude in Wetzlar investiert. Das Unternehmen reklamiert für sich, seit 1997 mehr als 3,5 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche revitalisiert zu haben. In Osthessen war der private Investor in Philippsthal-Röhrigshof aktiv, als er vor zwei Jahren das Werk des Folienherstellers Werra-Plastic gekauft hatte, um es anschließend als Gewerbepark für kleine und mittelständische Unternehmen zu vermarkten.

Tschesnok ist froh über „die Bewegung, die in den Verkauf der noch verbleibenden Coty-Liegenschaften gekommen ist.“ Derzeit werde ja nur noch ein kleinerer Teil der Liegenschaften durch den Konzern selbst genutzt. „Ich stehe mit dem Investor im Gespräch und habe die Hoffnung, dass dort bald wieder neues wirtschaftliches Leben einkehren wird. Der Investor hat große Erfahrung mit solchen Objekten. Das kann dem Standort Hünfeld und der Region nur gut tun“, betont Tschesnok.

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