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Großes Konfliktpotential: Können Radfahrer und Fußgänger miteinander?

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Von: Harry Wagner

Nicht immer ist die Koexistenz von Radfahrern und Fußgängern konfliktfrei. (Symbolbild)
Nicht immer ist die Koexistenz von Radfahrern und Fußgängern konfliktfrei. (Symbolbild) © Sina Schuld/dpa

Wie kommen Fußgänger, Radfahrer und Elektroroller-Piloten im öffentlichen Verkehrsraum miteinander aus? Nicht immer gut, wie die Zahlen des ADFC belegen und ein bitteres Beispiel aus Bad Hersfeld zeigt.

Hünfeld/Bad Hersfeld - Im Zentrum der Lullusstadt in Hessen häufen sich die Beschwerden von Bürgern über Fahrradfahrende und Benutzer von Elektrorollern. Dabei ist die rechtliche Lage eindeutig: In der Fußgängerzone ist das Radfahren nach Bad Hersfelder Ortsrecht nicht erlaubt, das Rad muss geschoben werden.

Besonders übel wurde vor einigen Tagen einer älteren Dame mitgespielt. Sie wurde von einem Radfahrer am Linggplatz angefahren, der anschließend Unfallflucht beging. Die Dame musste mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus gebracht werden. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht.

Hessen: Alte Dame angefahren - Können Radfahrer und Fußgänger miteinander?

Aus gegebenem Anlass hat die städtische Ordnungsbehörde in der Fußgängerzone verstärkte Kontrollen zu dem Thema Fahrradfahren und Elektrorollereinsatz durchgeführt. (Lesen Sie hier: Wo ist es für Radfahrer gefährlich? Polizei und ADFC warnen vor riskanten Stellen in Fulda)

Wie stellt sich die Situation in Hünfeld dar? Von einem folgenschweren Unfall zwischen Zweiradfahrern und Passanten in jüngster Zeit weiß die Pressestelle des Magistrats glücklicherweise nichts zu berichten.

Nimmt man die Zahl der Beschwerden über rücksichtslose Radler zum Indikator für mögliche Probleme, dann scheint man in der Zuse-Stadt gut miteinander auszukommen, denn: „Bei der Stadt Hünfeld haben sich die Fußgänger noch nicht über die Radfahrer beklagt“, weiß Pressesprecherin Victoria Weber.

Video: Wenn die Vorderbremse beim Fahrrad zur Gefahr wird

Daher sind wohl Extra-Kontrollen auch nicht angebracht. Fallen Zweiradfahrer während der üblichen Streifenfahrt oder beim Streifengang der Sicherheitsbeamten entsprechend auf, werden sie selbstverständlich kontrolliert. Die Stadt hat die Fußgängerzone in der Hauptstraße und der Mittelstraße für den Radverkehr freigegeben. Wird dort jemand erwischt, der sich nicht an die Regeln hält, muss er 30 Euro berappen.

Ob es in der City möglicherweise besonders kritische und unfallträchtige Punkte beim Aufeinandertreffen der einzelnen Gruppen gibt, mochte die Verwaltung nicht beantworten. Dies gelte im Zuge des Radverkehrskonzepts zu klären, das derzeit erstellt wird.

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