Der Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell
+
Der Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell ist eröffnet. In eindrucksvoller Kleinstarbeit wurde ein Gemälde aus Körnern, Samen und Gewürzen gelegt.

Gemälde von Dan Burr

Aktuell, faszinierend, imposant - 33. Früchteteppich in Sargenzell eröffnet

  • Celina Lorei
    VonCelina Lorei
    schließen

Kerne, Gewürze und Samen – jährlich lockt der Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell Tausende Besucher in das Hünfelder Dorf. Nach einer Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr wurde der 33. Früchteteppich jetzt vorgestellt und eröffnet. 

Sargenzell - Bereits vor der Corona-Pandemie hatten sich Heike Richter und ihr Team für das Motiv „Daniel in der Löwengrube“ entschieden. Nachdem der Früchteteppich im vergangenen Jahr aus bekannten Gründen ausfallen musste, blieben sie dennoch bei ihrer Wahl. „Es passt einfach perfekt in die aktuelle Zeit“, erklärt Richter. Zudem sei ihr beim Durchblättern der bisherigen Motive aufgefallen, dass bisher kaum Tiere vorgekommen sind. „Tiere spielen in der Religion eine wichtige Rolle, es sollte einfach mal etwas Neues sein.“

Am 1. Juli ging es schließlich los. Dieses Jahr malte Heike Richter die Vorlage erstmals selbst. Dabei orientierte sie sich an dem Gemälde des amerikanischen Künstlers Dan Burr. Nachdem sie nun das Motiv aufgemalt hatte, machten sich die rund zehn Frauen aus Sargenzell und Umgebung an das Legen.

Hessen: 33. Früchteteppich in Sargenzell eröffnet

Dabei verwendeten sie etwa 70 verschiedene Körner, Samen und Gewürze. „Hier finden sich zuhauf haushaltsübliche Utensilien wie Chiasamen, weißer und schwarzer Pfeffer sowie Sonnenblumenkerne und erstmals auch Kümmel wieder“, erklärt die Künstlerin. Insgesamt acht Wochen lang trafen sich die Frauen fünfmal in der Woche, jeweils von 18 bis 20 Uhr, um ihr Kunstwerk zu vollenden. „Es ist natürlich eine Menge Arbeit, aber es macht immer wieder aufs Neue Spaß“, weiß Richter.

Besonders herausfordernd sei in diesem Jahr das Legen der neun Löwen gewesen. „Ich wollte unbedingt, dass jeder Löwe eine andere Farbe hat.“ Und auch die Lichtstrahlen stellten eine echte Herausforderung dar. „Da haben wir alle kurz gezittert, denn wäre da etwas schief gegangen, hätten wir die gesamte Höhle neu legen müssen“, verriet Richter.

Pfarrer Stefan Buß aus Fulda ging in seiner Rede auf die religiöse Interpretation des Bildes ein. „Die Grundbotschaft ist, dass Daniel seinen Gott erfährt, der ihn rettet.“ Dabei seien Parallelen zum Neuen Testament und zu Jesus zu erkennen, der ebenfalls bereit gewesen sei für die Sache Gottes zu sterben. Und auch auf unser Leben lasse sich die Symbolik des Bildes übertragen. „Jeder Mensch gerät im Laufe seines Lebens in eine oder mehrere ,Löwengrube‘. Mit Gottvertrauen werden wir die Rettung und Befreiung durch Gott erfahren“, erklärt der Pfarrer.

Eröffnung des Früchteteppichs mit vielen Gästen

Weitere Gäste, darunter Bundestagsabgeordneter Michael Brand (CDU), Stadträtin Karin Grosch und Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Dietz, richteten ihre Grußworte an die Anwesenden und das Künstler-Team. So auch Pia Biedenbach, Ortsvorsteherin von Sargenzell: „Es ist großartig, dass es wieder stattfindet“, freut sie sich. Das Motiv behandle ein „ganz aktuelles Thema. Angst, Furcht und das Alleinsein brauchen wir nicht.“ Vielmehr solle die Gemeinschaft in den Gemeinden wieder erlebbar werden.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von dem Hünfelder Klavierspieler Anh Djuy Huynh Ouang. Interessierte können sich den Früchteteppich bis 31. Oktober täglich von 10.30 bis 16.30 Uhr anschauen. Zudem findet ein Gewinnspiel statt, bei dem das von Heike Richter gemalte Bild verlost wird. Lose sind vor Ort zu kaufen.

Das könnte Sie auch interessieren