Blick in die Ausstellung: Das Konzept des Heringer Werra-Kali-Bergbaumuseums soll neu ausgerichtet werden, wenn die Finanzierung steht.
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Blick in die Ausstellung: Das Konzept des Heringer Werra-Kali-Bergbaumuseums soll neu ausgerichtet werden, wenn die Finanzierung steht.

Energetische Sanierung

Drei Szenarien für das Kali-Museum - Geldgeber für Umgestaltung gesucht

Ob und in welchem Umfang nach der energetischen Sanierung des Werra-Kali-Bergbaumuseums auch die Ausstellung neu gestaltet werden soll, ließ das Heringer Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung vorerst offen. Vor einer endgültigen Festlegung soll die Finanzierung gesichert werden.

Heringen - Laut Beschlussvorlage auf der Tagesordnung sollten sich die Stadtverordneten von Heringen (Hessen) an diesem Abend eigentlich für eines von drei Szenarien entscheiden, welche die Umwelt-, Tourismus und Regionalberatung Futour in einem vom Förderkreis des Museums finanzierten Gutachten zur Neuausrichtung erarbeitet hat.

Bei der Variante „Status quo“ bleibe die in den 1990er Jahren konzipierte Ausstellung weitgehend unverändert, würde jedoch in überschaubaren Teilbereichen modernisiert und um einzelne digitale oder interaktive Elemente ergänzt. Mit rund 874.000 Euro wäre das zwar die preiswerteste Lösung, langfristig aber wenig attraktiv, heißt es in der Studie.

Hessen: Kali-Museum in Heringen wird umgestaltet - Geldgeber gesucht

Die zweite Variante „Zentrales Kalibergbaumuseum“ sieht einen kompletten Um- und Ausbau zu einer Ausstellung von nationaler oder sogar internationaler Bedeutung vor. Das würde allerdings rund 2,76 Millionen Euro kosten, zudem fehle eine geeignete Ausstellungsfläche für Großexponate und der Standort sei zu schlecht an die Ballungsräume mit dem entsprechenden Besucherpotenzial angebunden. (Lesen Sie hier: Wanderweg Point-Alpha-Runde deutlich aufgewertet - Neue Relaxliege und Sitzgruppe)

Variante drei wird im Gutachten mit „Funktionsvielfalt“ bezeichnet: Die Ausstellung würde komplett umgestaltet und in der Fläche reduziert, um Platz für vielseitig nutzbare Räume für Museumspädagogik, Seminare, Tagungen und Veranstaltungen von Firmen, Vereinen und Privatpersonen zu schaffen. Die bestehende Tourist-Information würde zur zentralen Anlaufstelle für Besucher im mittleren Werratal und der nördlichen Kuppenrhön ausgebaut und um ein Informationszentrum zum nationalen Naturmonument Grünes Band sowie einem Shop mit regionalen Produkten ergänzt. Kostenpunkt: rund 1,625 Millionen Euro.

Szenario drei sei die „einzige nachhaltige und gangbare Variante, die verfolgt werden sollte“, heißt es in einem am Sitzungstag von SPD und CDU gemeinsam eingebrachten Änderungsantrag. Verwirklicht werden könne sie jedoch nur, wenn es gelinge, zusätzliche Finanzmittel zu akquirieren.

Trägerschaft muss „unbedingt erreicht“ werden

Magistrat und Förderkreis sollen deshalb vor der Entscheidung zunächst Sondierungsgespräche mit K+S, Land, Landkreis und weiteren potenziellen Partnern führen. „Eine neue Trägerschaft muss unbedingt erreicht werden“, unterstrich Alfred Rost (SPD). Die Stadt finanziell nicht in der Lage, die Umgestaltung alleine zu verwirklichen.

Ute Marhold (WGH) begrüßte das Vorgehen, gab aber grundsätzlich zu bedenken, dass sich das Museum wohl nie kostendeckend betreiben lasse. Bei der Finanzierung sah sie vor allem K+S in der Pflicht, da in der Bergbau-Ausstellung die Unternehmensgeschichte und nur bedingt die der Stadt dokumentiert werde. Dem widersprach Eckhard Bock (CDU): Der Bergbau habe die Region und Heringen entscheidend geprägt. Bei einer Enthaltung aus der CDU-Fraktion wurde der gemeinsame Änderungsantrag schließlich einstimmig beschlossen. (Jan-Christoph Eisenberg)

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