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Keine Planänderung: Gascade will weiter in Reckrod „anbauen“

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Die Verdichteranlage in Reckrod.
Die Verdichteranlage in Reckrod. © Harry Wagner

Die Situation auf dem Gasmarkt tangiert natürlich auch die Transportdienstleister auf dem Energiesektor. Zu ihnen gehört das Kasseler Unternehmen Gascade, das beim Eiterfelder Ortsteil Reckrod einen wichtigen Knotenpunkt unterhält.

Kassel/Reckrod - In Reckrod (Hessen) kreuzen sich Ferngasleitungen und Gascade betreibt an dieser Stelle eine Verdichterstation, die das Gas komprimiert – was dafür sorgt, dass der Stoff beschleunigt in Richtung Süden der Republik weitergeleitet wird. Diese Station soll von Gascade erweitert werden, entsprechende Pläne wurden bereits öffentlich vorgestellt. Doch ist die Erweiterung in Anbetracht möglicher künftiger Versorgungsengpässe überhaupt noch eine Option? Wir haben nachgefragt.

„Die erweiterte Anlage soll 2026 in Betrieb genommen werden. Somit wird klar, dass es sich um ein Projekt handelt, das auf die zukünftige Gasversorgung von Baden-Württemberg ausgerichtet ist“, unterstreicht Gascade-Pressesprecherin Tatjana Bernert das Festhalten an der bisherigen Marschroute. Man schaffe damit Voraussetzungen für einen reibungslosen Transport, unabhängig von den Quellen.

Hessen: Keine Planänderung - Gascade will weiter in Reckrod „anbauen“

Trotz der politischen Situation laufe derzeit das Transportgeschäft noch relativ normal, was die Gasflüsse anbelangt. Das gelte zumindest für Nord Stream 1, weniger für die Leitungen durch Belarus und Polen nach Deutschland, die bereits seit mehreren Monaten nicht mehr konstant seien. „Wir sehen natürlich auch, dass die Unabhängigkeit von russischem Erdgas jetzt das Ziel der europäischen Energiepolitk ist“, so Bernert. Das werde umfangreiche Auswirkungen auf die Gasinfrastruktur haben.

Auch wenn Gascade große Einspeisekapazitäten für Erdgas aus Russland hat, sieht sich das Unternehmen in einer wichtigen Rolle beim Transport aus alternativen Quellen – genannt wird Gas aus Norwegen, LNG und perspektivisch auch Wasserstoff.

Der Kasseler Transportdienstleister sieht keinerlei Probleme darin, Flüssiggas in sein Netz einzuspeisen. Denn: Verflüssigt wurde das Gas nur zum Zwecke des Schiffstransports. In den LNG-Terminals wird es wieder in den ursprünglichen Aggregatszustand versetzt. Bernert: „Anschließend lässt es sich genauso transportieren wie über Pipelines importiertes Erdgas. Wir bereiten uns auf solche Szenarien bereits intensiv vor.“ (hw)

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