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Drei Kinder sorgen für Komplett-Sperrung des Bahnhofs - „extrem gefährlich“

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Von: Sebastian Reichert

Drei Teenager haben mit einer waghalsigen Aktion für eine Komplett-Sperrung der Bahnhofes in Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen gesorgt.
Drei Teenager haben mit einer waghalsigen Aktion für eine Komplett-Sperrung der Bahnhofes in Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen gesorgt. © Uwe Zucchi/dpa

Drei Teenager haben mit einer waghalsigen Aktion für eine Komplett-Sperrung des Bahnhofes in Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Hessen gesorgt.

Bebra - Wie die Bundespolizeiinspektion Kassel am Montag mitteilte, hatten zwei 14-jährige Jugendliche und ein 13-jähriges Kind am Samstagabend (2. April 2022) gegen 18.52 Uhr mehrere Gleise im Bahnhof Bebra (Hessen) überquert. Die Drei überquerten in einer „waghalsigen Aktion“, wie es die Beamten ausdrückten, die Gleise.

Erst eine Woche zuvor hatte ein 20-Jähriger am Bahnhof Bebra für zahlreiche Verspätungen im Zugverkehr gesorgt. Er war ebenfalls über die Gleise gesprungen. Nun beobachtete ein Triebfahrzeugführer drei Gleisläufer, wie sie vom Bahnsteig 5 aus die Gleise in Richtung Bahnhofstraße überquerten.

Hessen: Drei Kinder sorgen für Komplett-Sperrung des Bahnhofs - „extrem gefährlich“ 

Anschließend liefen sie wieder zum Bahnsteig 5 zurück. „Glücklicherweise niemand verletzt“, erklärte Ibrahim Aras, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. „Es kam zu keinem Personenschaden.“ Aufgrund der Gleisüberquerung wurde der Bahnhof Bebra von 18.53 Uhr bis 19.32 Uhr komplett gesperrt.

Zehn Züge erhielten jeweils 42 Minuten Verspätung, teilte die Bundespolizei mit. „Die verständigte Streife der Bundespolizeiinspektion Kassel nahm die drei Beteiligten in ihre Obhut und verständigte die Erziehungsberechtigten“, erklärte der Polizei-Sprecher (lesen Sie hier: Lebensgefährliche Aktion im Bahnhof Fulda: 18-Jähriger springt auf fahrenden Zug),.

Die Bundespolizeiinspektion Kassel leitete gegen alle Beteiligten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Polizei weist daraufhin, dass „das Betreten der Gleisanlagen für Unbefugte nicht nur verboten“ sei, sondern „extrem gefährlich“. Züge können sich demnach sich relativ lautlos nähern und würden daher oft erst spät bemerkt.

„Die Gefahr, von durchfahrenden Zügen erfasst und getötet zu werden, ist sehr groß. Das gilt besonders dann, wenn Züge außerplanmäßig verkehren, wie beispielsweise Güterzüge.“ Die Bundespolizei bittet darum, vor allem Kinder und Jugendliche über die Gefahr zu informieren.

Video: Unter Lebensgefahr - „Superheld“ rettet Kind aus Gleisen

„Erziehungsberechtigte sollten ihre Kinder hinsichtlich dieser Gefahren sensibilisieren“, so der Sprecher. Bei Fragen zu diesem Thema können sich Interessierte unter der Telefonnummer (0561) 816160 an die Bundespolizeiinspektion Kassel wenden. Informationen zu Gefahren an Bahnanlagen gibt es auch unter www.bundespolizei.de.

Abschließend weist du Bundespolizei auch daraufhin, dass solche Aktionen auch viel Geld kosten können: „Auf die Verursacher (gegebenenfalls die Eltern) können bei solchen Einsätzen jeweils Kosten für den Polizeieinsatz (variiert im dreistelligen Bereich) sowie zivilrechtliche Forderungen der Verkehrsunternehmen zukommen. Zivilrechtliche Forderungen können bis zu 30 Jahre
danach geltend gemacht werden.“

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