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Polizei nimmt Kleintransporter ins Visier: Zahlreiche Verstöße

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Die Polizei hat bei einer größeren Kontrolle in Niederaula das Augenmerk auf Kleintransporter gelegt.
Die Polizei hat bei einer größeren Kontrolle in Niederaula das Augenmerk auf Kleintransporter gelegt. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Bei einer größeren Kontrolle in Niederaula hat die Polizei kürzlich Kleintransporter ins Visier genommen. Dabei haben die Beamten zahlreiche Verstöße registriert.

Niederaula - Wie die Polizei mitteilt, wurden in der Nacht auf Freitag, 25. März, zahlreiche Kleintransporter in Niederaula (Hessen) kontrolliert. Daran waren die Polizeiautobahnstationen Bad Hersfeld und Petersberg, die Hessische Bereitschaftspolizei, die Polizeistationen Hersfeld, Rotenburg und Lauterbach, der Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) sowie das Bundesamt für Güterverkehr beteiligt.

„Das Hauptaugenmerk lag hierbei primär in der Einhaltung und Dokumentierung der Lenk- und Ruhezeiten, aber auch in der Überprüfung der Fahrtauglichkeit sowie der technischen Zustände der Fahrzeuge“, berichtet die Polizei. (Lesen Sie auch: Main-Kinzig-Kreis: Polizei-Kontrolle - Lkw rast an Schule vorbei)

Hessen: Kleintransporter-Kontrollen - Polizei stellt zahlreiche Verstöße fest

Den Angaben der Beamten zufolge wurden in 76 Fällen die zulässigen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten. In zwei Fällen hatten die Fahrer Betäubungsmittel konsumiert - sie mussten sich einer Blutentnahme unterziehen und konnten ihre Fahrt nicht weiter fortsetzen.

Transporter unterliegen, so die Polizei, durch den dauerhaften Einsatz starkem Verschleiß und „werden dazu vom Halter oftmals schlecht gewartet“. Dies habe nun auch das Ergebnis der aktuellen Kontrolle widergespiegelt. Insgesamt acht Fahrzeugen musste die Weiterfahrt untersagt werden. Bei sechs Kleintransportern lag ein erheblicher Ölverlust vor und in einem weiteren Fall war zusätzlich noch die Einspritzanlage defekt.

„Bremsscheibe absolut wirkungslos“: Polizei staunt über Zustand von Kleintransporter

„Besonders erwähnenswert war der Zustand von zwei weiteren Fahrzeugen“, schreibt die Polizei. Bei einem war die Bremsscheibe gerissen und absolut wirkungslos. Zudem wurde der Tank mit einem Zurrgurt „gesichert“. In einem weiteren Fall war das gesamte Fahrzeug kurz vor dem „Durchbruch“, weil der Rahmen an zwei Stellen gerissen war.

In vier Fällen wurde ein Verstoß gegen die geltenden Kabotageregeln festgestellt. Kabotage ist die Möglichkeit für ausländische Unternehmen, nach einer grenzüberschreitenden Beförderung in Deutschland eine begrenzte Anzahl an erlaubten Güterbeförderungen im deutschen Inland durchzuführen.

Da die betroffenen Spediteure den erforderlichen Beleg über eine vorherige grenzüberschreitende Beförderung nicht nachweisen konnten, wurde eine erneute Beladung vor Ort untersagt. Sie mussten ihre Rückfahrt leer antreten. Die Speditionen müssen mit Bußgeldern im vierstelligen Bereich rechnen. Mit der Fertigung von 16 Anzeigen wegen Verstöße gegen die Zahlung des Mindestlohnes und Beschäftigungen ohne Anmeldung, hatte der Zoll auch jede Menge zu tun.

„Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Ergebnis der Kontrolle von circa 80 Fahrzeugen erneut aufgezeigt hat, dass dieser Bereich der Güterbeförderung regelmäßig überwacht werden muss“, bilanziert die Polizei. (lio)

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