Kein Außen-Catering, höhere Hürden für auswärtige Nutzer und ab 22 Uhr Türen und Fenster zu: Mit einer Reihe von Vorgaben will Burghaun die Anwohner der Haune-Halle vor Lärm schützen.
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Kein Außen-Catering, höhere Hürden für auswärtige Nutzer und ab 22 Uhr Türen und Fenster zu: Mit einer Reihe von Vorgaben will Burghaun die Anwohner der Haune-Halle vor Lärm schützen.

Neue Regeln für mehr Ruhe

Geänderte Satzung soll Lärm-Streit um Haune-Halle beenden

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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Die Marktgemeinde Burghaun hat einen Kompromiss zur weiteren Nutzung der Haune-Halle auf den Weg gebracht. Damit reagiert sie auf die Beschwerden der Anwohner wegen der immer wieder von dem Versammlungsort ausgehenden Lärmbelästigungen.

Burghaun - Die Gemeindevertretung beschloss bei ihrer Sitzung am Dienstagabend ohne Gegenstimmen eine neue Satzung für die Benutzung der Dorfgemeinschaftshäuser Burghauns (Hessen). Ein ebenfalls beschlossenes „Merkblatt zur Verminderung von Lärmimmissionen“ geht auf die Situation an der Haune-Halle ein.

Hintergrund sind die Beschwerden von Anwohnern der Halle wegen der Lärmbelästigung. Messungen hatten ergeben, dass gegebenenfalls Nutzungseinschränkungen – ein Veranstaltungsende um 22 Uhr war im Gespräch – durchgesetzt werden müssten. Die Halle war häufig von Interessenten aus ganz Deutschland als „Feier-Location“ für große Hochzeiten genutzt worden. Messungen des Regierungspräsidiums bestätigten, dass dabei regelmäßig die geltenden Lärm-Grenzwerte überschritten wurden.

Hessen: Lärm-Streit um Haune-Halle soll durch neue Satzung beendet werden

Auf der anderen Seite hatten Vertreter der Burghauner Fastnacht Unterschriften für eine Petition gesammelt, in der sie die Gemeindevertreter aufforderten, „alles zu tun, dass die Burghauner Fastnacht nicht ausstirbt“.

Der am Dienstag wegen Krankheit fehlende Bürgermeister Dieter Hornung, Gemeindevertretungsvorsitzender Mathias Rauschenberg und Ortsvorsteher Michael Bätza hatten sich in zwei intensiven Gesprächsrunden mit den Anwohnern ausgetauscht. Die Ergebnisse der Gespräche flossen in die nun überarbeitete Satzung und die Vorlage für den Nutzungsvertrag ein, weitere Details regelt nun ein Merkblatt zur Lärm-Vermeidung. (Lesen Sie hier: A7-Lärm plagt Menschen in Uttrichshausen)

Künftig keine Kaution bei Trauerfeiern

Für die CDU-Fraktion dankte Dr. Johanna Steger dem Trio für die Gespräche und das Einbeziehen der Bürger. Die neue Satzung löse eine inzwischen doch etwas antiquierte Vorgängerversion ab. Ortsvorsteher und Gemeindevertreter Bätza (SPD) betonte, man habe, auch mit den Regelungen, die die Nutzung durch Auswärtige erschwerten, einen guten Kompromiss gefunden. Sein Parteikollege Michael Schneider betonte allerdings, er wolle auf die „Euphoriebremse“ treten: Die Auflagen, bei allen Feiern ab 22 Uhr Fenster und Türen geschlossen zu halten, zeigten, dass man die Halle beispielsweise durch Lüftungstechnik ertüchtigen müsse. Auch über Zuschüsse, beispielsweise für Schallschutzfenster für betroffene Anlieger, solle man nachdenken.

Für die FDP hatte Fraktionsvorsitzender Patrick Figge einen Änderung der Satzung beantragt. Darin ging es vor allem darum, bei Trauerfeiern – es geht um 1000 Euro bei privaten Veranstaltungen – von der Kaution abzusehen. Der Tagesordnungspunkt wurde einschließlich des FDP-Antrags mit den Stimmen aller beschlossen.

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