Der Sattelzug befand sich laut Polizei in einem „katastrophalen Zustand“.
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Der Sattelzug befand sich laut Polizei in einem „katastrophalen Zustand“.

Einsatz in Bad Hersfeld

„Katastrophaler Zustand“: Polizei muss schrottreifen Lkw in Ketten legen

  • Leon Schmitt
    VonLeon Schmitt
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Einen schrottreifen Lkw hat die Polizei am Montag im Kreis Hersfeld-Rotenburg in Ketten gelegt. Damit wollen die Beamten verhindern, dass es durch den Sattelzug zu einem möglicherweise schweren Unfall kommt.

Wildeck - Mitarbeiter einer Baufirma hatten der Polizei in Hersfeld-Rotenburg (Hessen) am Montagmorgen eine polnische Sattelzugmaschine mit Auflieger gemeldet, die „auffällig kaputt wirkte“. Wie aus einer Mitteilung der Polizei hervorgeht, hatten die Bauarbeiter beobachtet, wie der Fahrer des Sattelzugs versucht hatte, ein Firmengelände im Industriegebiet in Wildeck-Obersuhl zu verlassen. Dazu hätte er eine Baustelle passieren müssen, was ihm jedoch aufgrund des schlechten Fahrzeugzustandes nicht gelungen sei.

„Nach einer ersten Betrachtung des Sattelzuges stellte sich heraus, dass es sich um eine Untertreibung handelte - der Sattelzug machte nicht nur einen desolaten Eindruck, er war in einem technisch katastrophalen Zustand“, schreibt die Polizei. Auf der Ladefläche befanden sich vier schrottreife Auflieger, die laut den Beamten nach Afrika verschifft werden sollten.

Hessen: Schrottreifen Lkw in Ketten gelegt - Zustand verblüfft Polizei

Die Polizei stellte fest, „dass der Radbolzen an der Lenkachse rechts abgerissen war“. Auf der linken Fahrzeugseite hat der Reifen bereits Blasen geworfen. Außerdem hatten die Reifen der Antriebsachse faktisch kein Profil mehr. Auch das Bremssystem war kaputt. Ein Unfall wäre deshalb laut Polizei „sehr wahrscheinlich gewesen“. Ein Sattelzug in einem solch katastrophalen Zustand hatten die Beamten „bisher noch nie gesehen“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Der defekte Anhänger befand sich im parkenden Zustand in einer Schieflage. „Während einer Fahrt hätte dieser jederzeit umkippen können“, vermuten die Polizisten. Der Anhänger wurde nämlich mit vier weiteren, ebenso zerschlissenen und schrottreifen Aufliegern beladen, die übereinandergestapelt und mit kleinen losen Metall- und Holzteilen „gesichert“ wurden. Bereits vor wenigen Wochen hatte die Polizei in Wildeck-Obersuhl ein Fahrzeug mit erheblichen Mängeln aus dem Verkehr gezogen.

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„Glücklicherweise traute sich der bisher unbekannte Fahrzeugführer offensichtlich nicht zu, die abschüssige Baustelle mit dem Gespann im mangelhaften technischen Zustand zu passieren“, schreibt die Polizei weiter. Nach Angaben der vor Ort befindlichen Bauarbeiter stellte der Fahrer seinen Lkw ab und gab ihnen gegenüber an, diesen später zurück nach Polen fahren zu wollen. Wenn die Bauarbeiten vor dem Firmengelände abgeschlossen seien, wolle er zurückkommen und die Fahrt mit dem Sattelzug fortsetzen.

Um dies zu verhindern legten die Streife den Sattelzug an die Kette. Dies ist laut Polizei eine gängige Maßnahme, um unkontrolliertes Wegfahren zu verhindern. Der polnische Halter wurde über die Maßnahme informiert. „Zum jetzigen Zeitpunkt erwartet weder den Halter noch den Fahrer ein Bußgeld, da sich der Sattelzug derzeit nicht im öffentlichen Verkehrsraum befindet. Allerdings werden weitere Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen“, so die Beamten.

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