Auf einem Grundstück neben den Hallen der Firma Wiegand im Gewerbegebiet „In der Vockenbach“ im Westen Rasdorfs soll das Heizhaus der Nahwärme-Genossenschaft entstehen.
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Auf einem Grundstück neben den Hallen der Firma Wiegand im Gewerbegebiet „In der Vockenbach“ im Westen Rasdorfs soll das Heizhaus der Nahwärme-Genossenschaft entstehen.

Genossenschaft erreicht Mindestanzahl

Interesse an Nahwärme in Rasdorf hält an

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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Das Interesse der Menschen in Rasdorf, ihre Häuser an das geplante Nahwärmenetz anschließen zu lassen, ist groß und hält an. Das Mindestziel von 150 Nutzerinnen und Nutzern wurde inzwischen übertroffen, teilt die Nahwärmegenossenschaft mit.

Rasdorf - Die Planungen werden nun konkreter. In der Gründungsversammlung der Energiegenossenschaft Rasdorf (Hessen) war Ende Oktober vergangenen Jahres das Mindestziel von 150 Mitgliedern festgesetzt worden. So viele Anschlüsse waren auf Grundlage der Vorberechnungen erforderlich, um das Nahwärme-Projekt wirtschaftlich betreiben zu können. Dieses Ziel sei Mitte Dezember übertroffen worden, so der Vorstand: Die Investition werde sich für die Mitglieder der Genossenschaft rechnen.

Aufgrund der errechenbaren Kosteneinsparung gegenüber Ölheizungen hält das Interesse an. Die Zahl der Mitglieder wachse weiter, bestätigte Bürgermeister Jürgen Hahn (CDU) auf Anfrage der Redaktion. Mitte Januar werde die Arbeitsgruppe Nahwärme Rasdorf zusammenkommen, um zu entscheiden, wie lange man noch Mitgliedschaftsanträge annehmen könne.

Hessen: Interesse an Nahwärme hält in Rasdorf weiter an

Denn inzwischen gilt das Interesse den Trassenplänen: Ausgehend von den bestehenden Mitgliedschaften müsse nun geklärt werden, wie die Fernwärmeleitungen im Dorf optimal verlegt werden können, um bei möglichst geringer Leitungslänge möglichst viele Häuser und Grundstücke an den Strang anzuschließen. (Lesen Sie hier: Hohe Summe - Gemeinde Rasdorf will in nächster Zeit kräftig investieren)

Die Wärmegenossen verweisen auch darauf, dass dadurch zur Zeit noch die Möglichkeit besteht, auch für unbebaute Grundstücke Nahwärmeanschlüsse zu „buchen“ und so den Wert der Flächen zu steigern. Die Genossenschaft bittet daher insbesondere die Eigentümer von Baulücken mit dem Vorstand oder der Arbeitsgruppe Kontakt aufzunehmen.

Nahwärmenetz als Beitrag zum Klimaschutz

Sie weisen auch darauf hin, dass mit einem CO2-neutralen Nahwärmeanschluss bei einem Neubau oder einer energetischen Sanierung nach den aktuellen Regeln durch eine entsprechende Förderung erhebliche Baukosten eingespart werden können. Dabei sei es möglich, zunächst lediglich die Übergabestation im Haus installieren zu lassen und erst zu einem späteren Zeitpunkt die Wärmelieferung zu beziehen.

Der Anschluss vieler Haushalte an das Nahwärmenetz werde ein äußerst effektiver Beitrag zum Klimaschutz und der Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes sein, betont die Genossenschaft. Weil sich dadurch auch die Kosten der Energieversorgung in den angeschlossenen Haushalten deutlich senken ließen, gebe es einen doppelten Gewinn: „Das Projekt verbindet Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz“, so die Genossen.

Neun Kilometer langes Leitungsnetz geplant

Im nächsten Schritt werde die bereits vorliegende Machbarkeitsstudie an die neuen Zahlen angepasst. Dies sei erforderlich, damit die Genossenschaft die notwendigen Förderanträge für die Umsetzung des Projekts stellen könne.

Die Zentrale der Wärmeversorgung wird ein „Heizhaus“ sein, das im Gewerbegebiet „In der Vockenbach“ entstehen soll. Dort wird die Genossenschaft nach Auskunft von Vorstand Martin Zentgraf ein bislang noch zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehörendes Grundstück kaufen, das unmittelbar an die dort liegenden Produktionshallen der Firma Wiegand grenzt.

Für die Wärmeerzeugung wird eine Hackschnitzelheizung installiert, die durch eine Solarthermie-Anlage auf den Dachflächen des Heizhauses unterstützt wird. Das zu verlegende Leitungsnetz dürfte nach jetzigen Stand rund neun Kilometer lang werden.

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