Kreis Fulda: Blick von der Laurentiuskapelle bei Mittelaschenbach in die Rhön.
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Blick von der Laurentiuskapelle bei Mittelaschenbach in die Rhön. Die geplanten Strecken im Aschenbachtal sollen das Radwegenetz der Gemeinde mit den Nachbarorten und dem Nüsttal-Radweg besser vernetzen.

Haushaltsentwurf

Nüsttal will über eine Million Euro für Ausbau der Radwege investieren

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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Investitionen in die Infrastruktur, aber auch eine Fortsetzung des Schuldenabbaus – das sind die Signale, die die Gemeinde Nüsttal mit ihrem Haushalt für 2022 geben will. Bürgermeisterin Marion Frohnapfel (CDU) brachte das Zahlenwerk in der Sitzung der Gemeindevertretung ein. 

Hofaschenbach - Sie sei froh, dass der geprüfte Haushalt für 2020 als Grundlage vorgelegen habe – so habe die Verwaltung mit sicheren Zahlen rechnen können, unterstrich Frohnapfel. Der Haushalt ist ausgeglichen und die gemeindlichen Steuersätze bleiben unverändert. Als Option ist eine Kreditaufnahme von 700.000 Euro vorgesehen. Liquiditätskredite, als eine Art Gemeinde-Dispo, will man hingegen nicht nutzen.

Ein Schwerpunkt der Investitionen wird 2022 die Straßen-Infrastruktur sein. Die Arbeiten in der Silgeser „Magistrale“, der Sigildisstraße, werden nicht nur viel Geld kosten, sondern auch allerhand Unruhe in das Dorf bringen. Aber wenn dann alles erledigt ist, wird das Projekt sicherlich ebenso positiv beurteilt werden wie die Radweg-Stränge, die das Aschenbachtal mit dem Nüsttal-Radweg verbinden. „Es ist topp, dass wir bei den Radwegprojekten eine Förderung von 90 Prozent bekommen“, betonte die Bürgermeisterin.

Damit es beim Langzeit-Projekt Freibad Gotthards weiter geht, fehlen noch Bewilligungsbescheide für Fördermittel. Sobald die vorliegen, geht es auch dort weiter. (Lesen Sie auch: 500.000-Euro-Projekt: Trinkwasser im Haunetal muss entsäuert werden)

Hessen: Nüsttal will über eine Million Euro für Ausbau der Radwege investieren

Frohnapfel strich heraus, dass sich die Einnahmen aus de Gewerbesteuer und den gemeindlichen Anteilen an der Einkommensteuer positiv entwickelten. Das gelte auch auf lange Sicht: „Vor zehn Jahren lag das Aufkommen bei uns etwa 50 Prozent niedriger.“ Mit Bedauern blickte die Bürgermeisterin auf die Werte bei der Kreis- und Schulumlage: Der Betrag von rund 1,69 MillionenEuro übersteige den Ertrag der Schlüsselzuweisung vom Land (1,33 Millionen Euro) deutlich.

Sowohl Frohnapfel als auch Marcus Fink, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, dankten dem Rathaus-Team für das Erstellen des Haushalts.

In den Ausschüssen der Gemeindevertretung wird der Etat am Donnerstag, 18. November, beraten. Die Gemeindevertretung wird den Haushalt am Donnerstag, 25. November, beraten und vermutlich auch verabschieden.

In Nüsttal fehlen derzeit elf Kindergartenplätze

Weniger erfreulich als der Blick auf die Zahlen des Haushalts waren Frohnapfels Ausführungen zum Bedarf an Kindergartenplätzen: Derzeit fehlen in der Kommune elf Plätze für Kinder zwischen einem und drei Jahren. Die Ursache liege darin, dass der Ausbau des Kindergartens St. Raphael sich verzögere. „Wenn wir die Erweiterungsgruppe dort als sogenannte Familiengruppe organisieren, kann in absehbarer Zeit der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz mit Vollendung des 3. Lebensjahres erfüllt werden“, so Frohnapfel. Aktuell versuche man den Familien auf der Warteliste auch dadurch zu helfen, dass man Kontakt zu Kitas in benachbarten Kommunen herstelle.

Auf Antrag der CDU-Fraktion wird sich der Ausschuss für Umwelt, Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Forsten mit der Parkplatzsituation beim Einstieg in den Premium-Wanderweg Ulmenstein befassen.

Etat-Entwurf in Zahlen

Ergebnishaushalt

Erträge: 5,49 Mio Euro (5,26 Mio Euro in 2021)

Aufwendungen: 5,482 Mio Euro (5,39 Mio)

Überschuss: 4336 (- 122.599)

Finanzhaushalt

Einzahlungen: 5,1 Mio (4,9 Mio)

Auszahlungen: 4,85 Mio (4,75 Mio)

Fehlbedarf: 2,01 Mio (1,2 Mio)

Finanzmittelüberschuss 244.000 (148.000)

Investitionen

4,31 Mio (3,7 Mio)

Schulden

727.000 (1. 1. 2022) 1,26 Mio (31. 12. 2022)

Erträge

Einkommensteuer: 1,36 Mio (1,28 Mio)

Gewerbesteuer: 605.000 (550.000)

Schlüsselzuweisung: 1,33 Mio (1,28 Mio)

Aufwendungen

Personalkosten: 998.000 (912.550)

Kreisumlage: 1,76 Mio (1,69 Mio)

Größte Projekte 2022

• Ausbau Radwege Morles-Mittelaschenbach und Oberaschenbach-Haselstein (1,27 Mio)

• Planung/Sanierung Freibad Gotthards (590.000)

• Grundhafte Sanierung Sigildisstraße (700.000)

• Historische Dorfmitte Mittelaschenbach (487.000)

Alle Angaben in Euro; Quelle: Gemeinde, Vorjahreswerte in Klammern.

Fraktionsvorsitzender Hendrik Mikulasch wies darauf hin, dass aufgrund der Schönheit des Weges einerseits und der begrenzten Parkplatzzahl an den Wochenenden immer wieder chaotische Situationen entstünden, weil die Wandernden mitunter auch geschützte Kalkmagerrasenflächen zum Parken nutzen würden. Das könne die Attraktivität des Weges beeinträchtigen.

Daher solle in Absprache mit den Ortsbeiräten nach Lösungen – beispielsweise durch das Ausweisen kleinerer Stellplätze – gesucht werden.

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