Blick vom Hang des Dörrbergs über Mansbach: Auf den Flächen links im Hintergrund sollen die fünf Anlagen des Windparks Hohenroda gebaut werden.
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Blick vom Hang des Dörrbergs über Mansbach: Auf den Flächen links im Hintergrund sollen die fünf Anlagen des Windparks Hohenroda gebaut werden.

Fünf Anlagen

Regierungspräsidium gibt grünes Licht für Windpark-Bau bei Mansbach

Das Regierungspräsidium Kassel hat den Bau des Windparks Mansbach mit fünf Anlagen genehmigt.

Mansbach - Der Projektierer Pure New Energy AG (PNE) aus dem niedersächsischen Cuxhaven darf demnach fünf Windräder vom Typ Nordex N149 mit 146 Metern Nabenhöhe, 238,5 Metern Gesamthöhe inklusive Rotorblättern und einer Leistung von jeweils 4,5 Megawatt zwischen den Hohenrodaer Ortsteilen Mansbach und Oberbreitzbach und der Landesgrenze zu Thüringen errichten. Das teilt RP-Sprecher Hendrik Kalvelage auf Nachfrage der Hersfelder Zeitung mit.

Mit dem auf 30. Juni datierten Bescheid sind alle fünf beantragten Windenergieanlagen zugelassen worden. Die Genehmigung ist mit Auflagen und Betriebsbeschränkungen versehen. Unter anderem müssen die Windräder vom 1. März bis 31. August zum Schutz des Rotmilans von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang abgeschaltet werden. Nach einem dreijährigen Vogel-Monitoring kann der Betreiber davon allerdings eine Abweichung beantragen.

Hessen: RP Kassel gibt grünes Licht für großes Windpark-Projekt

Vier Anlagen müssen zudem mit einer Schattenwurfabschaltautomatik ausgerüstet werden, die auslöst, wenn die angrenzenden Orte in Hessen und Thüringen durch die Anlagen mehr als acht Stunden pro Kalenderjahr oder 30 Minuten pro Tag beschattet werden.

Jens-Ulrich Biermann, Leiter von Akquisition und Projektentwicklung bei PNE, geht davon aus, dass der Bau des Windparks im Juni 2022 beginnen wird. Die Inbetriebnahme der Anlagen sei spätestens für Frühjahr 2023 geplant.

Ende 2018 hatten die Vertreter des Unternehmens die Pläne für damals noch sechs Windräder in einer gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte von Mansbach, Oberbreitzbach und Glaam vorgestellt.

Kritik am Vorhaben und den vom Investor vorgelegten Gutachten übte im Jahr 2019 der Mainzer Diplombiologe Olaf Kiffel, der die Anlagen unter anderem wegen der hohen Rotmilandichte nicht für genehmigungsfähig hielt. Diese und andere Bedenken weist das RP im Genehmigungsbescheid allerdings zurück.

Hohenroda profitiert von Windpark-Anlage

In einer im Jahr 2018 auf den Weg gebrachten Stellungnahme hatte auch das Hohenrodaer Gemeindeparlament Bedenken geäußert, weil die mit dem Projekt verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaftsbild über der natürlichen Belastungsgrenze lägen.

Gleichwohl profitiert die Kommune nicht nur durch den Flächenverkauf für den Bau eines Umspannwerks zwischen Ausbach und Gethsemane und die Nutzungsgebühr für den Bau der Kabeltrasse dorthin finanziell von dem Windpark: Mit mehreren Wegeparzellen und einer Ackerfläche ist Hohenorda auch an einem für den Windpark gebildeten Grundstückspool beteiligt und erwartet deshalb anteilig etwa 25.000 Euro Pachteinnahmen jährlich.

Zudem soll ein Förderverein, der nicht nur vom Betreiber, sondern nach Auskunft von Bürgermeister Andre Stenda auf freiwilliger Basis auch von einem Großteil der Grundstückseigentümer mit zehn Prozent ihrer Pachteinnahmen finanziell unterstützt wird, gemeinnützige Projekte in den betroffenen Ortsteilen Hohenrodas verwirklichen. (Von Jan-Christoph Eisenberg)

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